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Freiwilligendienst Auf einsamen Straßen für Schafe halten

Sarah Gruninger

Stratford/Rastede - Ich befinde mich nun seit mehr als elf Wochen in jenem Land, welches am weitesten von Deutschland entfernt liegt. Meinen neuen Wohnort Stratford und Rastede trennen genau 18 168 Kilometer. Hier in Neuseeland bin ich als Schulassistentin an einer Privatschule tätig. Was ist anders am anderen Ende der Welt?

Zuerst das Offensichtliche: Hier wird Englisch gesprochen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase muss ich jetzt nicht mehr nachdenken, wenn ich Englisch rede. Trotzdem frage ich mindestens zweimal am Tag nach der Bedeutung eines Wortes.

Neuseeland liegt auf der Südhalbkugel, das heißt hier sind die Jahreszeiten umgekehrt. Im Juli bin ich also vom schönen Sommer in Deutschland in den kalten und regnerischen Winter in Neuseeland geflogen. Das bedeutet auch, dass ich nun im September Ski fahren kann und Weihnachten bei 25 Grad am Strand verbringen werde.

Der Zeit voraus

Ich habe ein paar Tage gebraucht, um die Zeitumstellung zu realisieren. Ich bin mit dem Jetlag gut zurechtgekommen. Zurzeit befinde ich mich zehn Stunden voraus, nach der Zeitumstellung im Oktober sind es zwölf.

Das war aber noch lange nicht alles, auf das ich mich umstellen musste. Die Neuseeländer fahren wie die Engländer auf der linken Straßenseite. Man muss sehr konzentriert fahren, um beim Abbiegen nicht auf die rechte Seite zu rutschen und in den Kreisel links herein zu fahren. Solange Autos vor mir fahren kann ich ihnen folgen, aber die Landstraßen – es gibt keine Autobahnen – liegen manchmal sehr verlassen. So kann es auch passieren, dass man plötzlich anhalten muss, weil ein Schaf die Straße überqueren muss. Weil die Straßen teilweise über Berge und Hügel verlaufen und scharfe Kurven besitzen, beträgt die Höchstgeschwindigkeit in ganz Neuseeland 100 Stundenkilometer.


Das öffentliche Transportsystem ist nicht gut ausgebaut. Es fahren wenige Züge, und Busse brauchen ziemlich lange auf den Straßen. Meistens ist das Flugzeug das schnellste Verkehrsmittel.

In Neuseeland wäre Rastede eine verhältnismäßig große Stadt, denn viele Orte zählen weniger als 10 000 Einwohner. So auch meine Heimat Stratford, welche mit 6000 Einwohnern sogar für Neuseeland klein ist. Auch hier fahren weder Busse noch Züge. Ich besitze nun zum Glück ein Auto.

Was mir wirklich fehlt, ist das deutsche Vollkorn- oder Schwarzbrot. Unter „Brot“ verstehen die Neuseeländer Toast. Noch schlimmer ist allerdings, was die Neuseeländer auf das „Brot“ schmieren. Der Aufstrich nennt sich „Marmite“ und ist nicht richtig definierbar. Der Geschmack ist salzig und ich musste mich wirklich zusammenreißen, als ich ihn probiert habe. Auch sehr beliebt sind Spaghetti auf Toast zum Frühstück.

Dreimal Sport pro Woche

Die Neuseeländer trinken zudem ihren „Kakao“ (sie nennen ihn „Milo“) mit heißem Wasser und Zucker. Das Essen an meiner Schule ist mehr als sättigend, so dass ich mindestens dreimal in der Woche Sport machen muss, um nicht mit 20 Kilogramm mehr zurückzukommen. Hier gibt es nämlich mittags und abends warmes Essen. Ich bin vor einigen Wochen auf Müsli zum Abendbrot umgestiegen, so wie ich es von zu Hause gewohnt bin.

Das Leben auf der anderen Seite der Welt ist also ein bisschen anders als ich es gewohnt bin. Trotzdem genieße ich es sehr und lerne jeden Tag etwas Neues.

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