Kayhausen - Viele Wünsche hat Gerhard Langner dem Krankenhaus Nummer 1 in Mogilew in den vergangenen Jahren schon erfüllen können. Ein ganz großer soll in diesem Herbst folgen: Die Klinik in der weißrussischen Stadt benötigt einen Krankenwagen. Und den hat Langner nun gefunden, nach intensiver Suche im Internet. Und dank der Spendenbereitschaft vieler Ammerländer konnte er den Wagen auch finanzieren.
„Ich hatte zunächst bei Rettungsorganisationen im Ammerland nachgefragt“, erzählt der 73-Jährige von den Anfängen der Suche. Die hätten ihm aber keine Hoffnung machen können. Und auch die ersten Versuche im Internet waren eher entmutigend: Motorschaden, enorme Laufleistung, Unfallwagen oder völlig ausgeschlachtet.
In Thüringen ist Langner jetzt fündig geworden. Nach langem Warten hatte die Krankenkasse der Familie eines dort lebenden Wachkomapatienten ein entsprechendes Auto genehmigt. Der bisher genutzte frühere Krankentransportwagen stand somit zum Verkauf.
Das Fahrzeug ist voll ausgestattet. „Nur das Blaulicht musste der Vorbesitzer abmontieren, und die Farbe musste er ändern“, berichtet Langner. Während die Farbe für den Tischlermeister und seine Helfer kein Problem ist, benötigt er für die Montage von Blaulicht und Einsatzhorn einen Fachmann – und hofft auf Unterstützung der guten Sache. „Wenn sich ein Kraftfahrzeugelektroniker findet, der uns dabei hilft, kann ich den Wagen beim nächsten Transport mitnehmen.“ Das Material sei komplett vorhanden. Nur die Verkabelung müsse erneuert werden.
Die Hilfslieferung ist für Anfang Oktober geplant. Viele Sachspenden hat Langner in den vergangenen Monaten wieder erhalten. Bis Anfang September nimmt er noch weitere an. Seit Mitte der 1990er Jahre engagiert sich der Kayhauser für die Menschen in der Lukaschenko-Diktatur. Seit 2003 hilft er mit eigenen Transporten vor Ort – ohne Hilfsorganisationen, dafür aber unterstützt von vielen treuen Spendern und Freunden. „Und wenn sich neben Sachspendern noch finanzielle Sponsoren finden, dann kann ich auch noch den ein oder anderen Wunsch erfüllen, von Dingen, die nicht gespendet werden.“
