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FRAGE:
Frau Mansholt, worauf wollen Sie mit der am 29. Mai geplanten Sternfahrt von Greetsiel nach Berlin aufmerksam machen?
MANSHOLT
: Die Fahrt steht unter dem Motto „Angela, wir müssen reden!“ und es geht darum, deutlich zu machen, dass wir in Deutschland eine andere und bessere Agrarpolitik brauchen.
FRAGE:
Welche Versäumnisse werfen Sie der Bundesregierung vor?
MANSHOLT
: Die Politik zielt immer noch zu sehr auf Industrialisierung ab. Was wir aber benötigen, ist eine Nachhaltigkeit vor kurzfristigem Gewinnstreben. Wir fordern daher faire Marktbedingungen für alle.
FRAGE:
Was bedeutet das in der Praxis?
MANSHOLT
: Um auf Augenhöhe verhandeln zu können, müsste zum Beispiel die Marktstellung der Milchbauern gestärkt werden. Neu geordnet werden müsste auch die Verteilung der Agrarsubventionen innerhalb der EU mit einer sozialen Ausgewogenheit. Noch immer werden Konzerne unverhältnismäßig stark unterstützt.
FRAGE:
Wer beteiligt sich an der Protestaktion ab 29 . Mai?
MANSHOLT
: Mittlerweile sind es 31 Verbände von der Kirche über den Naturschutz, die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft, den Bundesverband deutscher Milchviehalter und Hilfsorganisationen, wie Brot für die Welt und Misereor, bis hin zum Bund für Umwelt und Naturschutz sowie Naturschutzbund. Schließlich beteiligen auch die Krabbenfischer und Mitglieder der Antiatomkraft-Bewegungen. Auf der Fahrt werden wir auch die Käserei des Deutschen Milchkontors in Edewecht und den Bauerntag in Cloppenburg besuchen.
FRAGE:
Was planen Sie am Ziel beim Kanzleramt ?
MANSHOLT
: Am 9. Juni kommen wird dort an und stärken uns bei einer Bauerntafel. Dabei fordern wir die Bundeskanzlerin auf, Gespräche mit uns führen. Die für uns wichtigen Themen werden wir öffentlichkeitswirksam präsentieren.
Karin Mansholt
ist ehrenamtlich als Regionalleiterin für Ostfriesland im Bundesverband deutscher Milchviehhalter tätig und dort Mitglied des Bundesbeirats. Die 45-Jährige betreibt einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Ackerbau und Milchvieh in Woltzeten bei Pewsum (Kreis Aurich).