Hasbruch - Auf der Suche nach Amphibien ist am Sonntagmorgen am Eingang des Hasbruch in Westerloge jeder auf dem Boden liegende Ast umgedreht worden. Zur Feier des 50-jährigen Bestehens veranstaltete die Gesellschaft der Freunde des Hasbruch eine geführte Wanderung durch das Naturschutzgebiet.
Bettina Cordes hatte die Organisation der Veranstaltung übernommen und freute sich besonders, dass sich unter den Teilnehmern auch interessierte Kinder und Jugendliche befanden. Als Experte begrüßte Cordes Dr. Hakon Nettmann. Der Ökologe der Universität Bremen und langjährige Kenner der Amphibien-Fauna des Hasbruch führte die knapp 30 Personen an. „Wenn man normal durch den Hasbruch geht, ist es sehr unwahrscheinlich, Amphibien zu sehen“, sagte Nettmann, bevor er zum Einstieg kurz über die Verbreitungsgebiete verschiedener Amphibien informierte.
Während er über das Vorkommen des Feuersalamanders im Hasbruch sehr erfreut sei, bereite ihm die Entwicklung des Laubfrosches in den vergangenen Jahren viel Sorge. Es fehlten immer mehr Gewässer, um die Fortpflanzung aufrecht zu erhalten.
Danach forderte er die Exkursionsteilnehmer auf, die Augen nach Amphibien offen zu halten. „Wenn man einen Feuersalamander sucht, ist der beste Zeitpunkt um Mitternacht nach einem Gewitter“, erklärte der Ökologe. Aber auch zu späterer Uhrzeit sollten die Naturfreunde fündig werden. Zuerst entdeckte die Gruppe einen Frosch, zu dem Nettmann die wichtigsten Details erläuterte. Überrascht zeigten sich die Zuhörer über die hohe Lebenserwartung der Frösche von bis zu 15 Jahren.
Und auch ein Feuersalamander sollte nicht lange auf sich warten lassen. Dr. Nettmann riet, die Hände nach dem Anfassen zu waschen. „Die Salamander versprühen ein Hautgift zur Abwehr von Pilzen“, sagte er und empfahl, nach dem Anfassen nicht in die Augen zu fassen. Zudem erklärte er, dass die schwarz-gelbe Färbung des Tieres individuell sei.
