Brettorf - So langsam fängt es an zu kribbeln bei Christian Jaskulewicz. Vorräte sind eingekauft, die Visa ausgestellt, in der eigenen Werkstatt stapeln sich die Ersatzteile und zahlreiche Bücher sind gewälzt. Christian Jaskulewicz und seine Frau Gisela sind startklar fürs Abenteuer.
Dieses besteht für das Brettorfer Paar aus einer zweijährigen Tour mit dem eigenen Wohnmobil um die Welt, von Asien über Australien nach Amerika und zurück nach Europa. „Eigentlich wollten wir alle A-Kontinente bereisen“, erklärt Christian Jaskulewicz, „doch die Unruhen in Afrika haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Egal, schließlich hält auch der Rest der Welt viel Interessantes für die beiden Brettorfer bereit, besonders die Länder, die Jaskulewicz als nur bedingt „Wohnwagenkompatibel“ bezeichnet.
„Hier wird selbst das Auffüllen der Gasflaschen zu einer richtigen Aufgabe“, weiß Jaskulewicz. Dennoch: Die Lust daran, Menschen und Kultur abseits der ausgetretenen Touristenpfade kennenzulernen und zu erleben, überwiegt. So freut sich Christian Jaskulewicz – ansonsten bekennender China-Fan – besonders auf bisher unbekannte Reiseziele wie Myanmar und Bhutan.
Wie das Oldenburger Wohnmobil mit seinen beiden Insassen dort allerdings hinkommt, ist noch unklar. „Bislang mussten wir die Fahrtroute bereits dreimal umstellten“, berichtet Jaskulewicz, unter anderem hätten ein Erdrutsch am 4700 Meter hohen Karakorum-Highway und die geschlossenen Grenzen von Tibet den beiden Weltreisenden einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Dafür hatte bei der letzten Reise des Paares noch der Motor des eigenen Wohnmobils gesorgt. „Der schlechte Diesel“, bringt Jaskulewicz die einstige Problematik auf den Punkt. Doch man hat dazugelernt. Mit zusätzlichen Dieselkraftstofffiltern und Wasserabscheidern soll dem Wohnmobil der Kraftstoff „verdaulicher“ gemacht werden.
So wollen es die beiden Brettorfer zum Ende des ersten Jahres bis nach Australien schaffen. „Dann wird Bilanz gezogen“, sagt Jaskulewicz, „wir schauen, wie es uns, der Firma zu Hause und dem Auto geht.“ Sollte das Ergebnis hier jeweils gut lauten, soll es mittels Fähre nach Panama gehen. Von dort geht es dann hoch bis nach Alaska, „in den Signpost-Forest (Verkehrsschild-Wald)“, wird Jaskulewicz konkreter. Dort will er dann ein Ortsschild seines Heimatortes „pflanzen“.
Bis dahin bleibt seine Heimat aber der fahrbare Untersatz. „Kein Problem“, findet Jaskulewicz, „wir haben alles was wir brauchen.“ Dann kann es ja losgehen.
