Schwerin/Stralsund - Der Weg für den Verkauf der insolventen Stralsunder Volkswerft an die Nordic-Werftengruppe Wismar/Warnemünde ist frei. Nach 20-monatiger Hängepartie sprach sich die Landesregierung in Schwerin als größter Gläubiger am Dienstag für den Verkauf des traditionsreichen Schiffbaubetriebes am Strelasund aus.

Dem Vernehmen nach zahlt der russische Nordic Yards-Eigner Witali Jussufow 6,5 Millionen Euro. Damit stockte Nordic ein früheres Übernahmeangebot nochmals auf.

„Unter den gegebenen Bedingungen ist das aus meiner Sicht die richtige Entscheidung“, sagte Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann. Der Vertrag mit Nordic werde jetzt endverhandelt. Eine Übernahme durch Nordic soll dann zum 1. Juni erfolgen.

Wie in Wismar und Rostock-Warnemünde sollen auch in Stralsund Anlagen für Windparks auf See – wie etwa Umspannplattformen – gebaut werden. Nordic hatte zugesichert, im laufenden Jahr wieder 250 Schiffbauer einzustellen und die Mitarbeiterzahl in den kommenden beiden Jahren zu verdoppeln.

Ende August 2012 hatten die P+S-Werften in Stralsund und Wolgast mit 1750 Mitarbeitern Insolvenz beantragt. Für Wolgast wurde mit der auf den Marineschiffbau spezialisierten Lürssen-Werft (Bremen/Lemwerder) bereits 2013 ein Käufer gefunden. Interessenten für Stralsund sprangen dagegen immer wieder ab.