Augustfehn/Apen - Der Sitzungssaal im Obergeschoss des Aper Rathauses reichte bei weitem nicht für die vielen Besucher, die an der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses teilnehmen wollten: Rund 70 Interessenten waren gekommen, von denen einige nur auf den Treppen im und vor dem Saal Platz fanden oder im Türbereich standen, bevor sich ein Teil von ihnen auf eine eigens geschaffene Stuhlreihe vor die Ausschussmitglieder setzen konnte. Die künftige Planung des Dockgeländes in Augustfehn war eines der Themen, dass für so viel Interesse sorgte.
Bürgermeister Matthias Huber berichtete, dass es seit langem Überlegungen gäbe, das etwa drei Hektar große brachliegende Areal mitten im Ort Augustfehn in ein florierendes Gelände zu verwandeln. Nun gäbe es erste Ideen für die Neugestaltung. Eine endgültige Planung sei das nicht, so Huber. Man werde das Thema sowohl im Arbeitskreis Dorferneuerung Augustfehn als auch sonst auf breiter Ebene öffentlich diskutieren.
Drittellösung
Einig seien sich alle Beteiligten, dass es hier eine Drittellösung geben solle: ein Drittel Wohnen, ein Drittel Gewerbe und ein Drittel für den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Bei der Ansiedlung von weiterem Gewerbe im wachsenden Ort Augustfehn müsse man darauf achten, dass das Ganze verträglich sei mit den bestehenden Betrieben und die Palette der Einkaufsmöglichkeiten möglichst erweitert werde (z.B. durch Textilgeschäfte).
In die Planungen mitaufgenommen werden sollten – das sei Wunsch der Gemeinde – der Barre-Parkplatz, der vor allem als Schulparkplatz vom Schulzentrum genutzt wird, und das Grundstück Stahlwerkstraße 21, auf dem sich ein Wohnhaus befindet. Beide Grundstücke gehörten der Gemeinde Apen. Das Dockgelände habe die List-Gruppe von der Bahn erworben.
Einer ihrer Vertreter, Michael Bleiziffer, Projektentwickler bei List Oldenburg, erläuterte, dass der Barre-Parkplatz und das Gelände Stahlwerkstraße 21 mit einem Verbrauchermarkt bebaut werden könne. Im Gespräch sei man mit dem Discounter Netto, der bis vor kurzem eine Filiale in Augustfehn betrieb.
Eine Erschließungsstraße soll über das Dockgelände größtenteils parallel zu den Gleisen erfolgen. Auf dem Dockgelände sollten auf einer etwa 12000 Quadratmeter großen Fläche in Richtung Schulstraße Geschäfte und Dienstleister (Gastronomie) angesiedelt werden, davor würden rund 140 Parkplätze angelegt. In der Mitte wolle man die Park & Ride-Anlage mit Parkplätzen, Fahrradständern, Busbahnhof und Elektrotankstelle schaffen – direkt gegenüber von der künftigen Querung über die Gleise mit Treppen und Fahrstühlen. Mehrere mehrgeschossige Wohngebäude sollten in Richtung Schulstraße entstehen.
Erste Anregungen
Ausschussmitglied Renate Brand (Grüne) fragte, ob bei der Planung (insbesondere bei der für das Eckgrundstück für den Verbrauchermarkt) auch die langen Rückstaus vor den Schranken berücksichtigt würden. Dazu sagte Bürgermeister Huber, dass ein Verkehrsgutachten erstellt und das Einzelhandelsgutachten überarbeitet werden solle.
Hartmuth Orth (UWG) sagte, dass man bei der Schaffung von zusätzlichen Gewerbeflächen darauf achten müsse, was angesiedelt werden. Neue Geschäfte dürften nicht zu weiteren Leerständen in Augustfehn führen. Johann Hasselhorst (SPD) frage, ob die 130 Parkplätze der Park & Ride-Anlage reichen würden, wenn man davon ausgehe, dass der Bahnhalt Augustfehn ja eines Tages auch von der Regio-S-Bahn angefahren werden solle. Wie die Planer erläuterten, seien die jetzigen Pläne nur Überlegungen. Die ÖPNV-Anlage könne auch größer werden.
In einer eigens nach dem Beratungspunkt angesetzten Einwohnerfragestunde wurde angeregt, dass gerade der Lebensmittelbereich in Augustfehn schon weit ausgereizt sei. Inwieweit es noch Möglichkeiten im wachsenden Ort Augustfehn gäbe, werde man über das überarbeitete Einzelhandelsgutachten erfahren, , hieß es. Ein anderer Bürger meinte, dass ein Verbrauchermarkt auf dem Eckgrundstück bis an die Schulstraße heran nicht passe. Eine solche Bebauung sei in Innenstädten durchaus üblich, hieß es.
