AUGUSTFEHN - Großer Bahnhof im Fehnort: Ein Regionalexpresszug der Deutschen Bahn wurde am vergangenen Sonnabend auf den Namen Augustfehn getauft. Taufpaten waren der Augustfehner Werner Orth und die zehnjährige Annalena, die dem Musikzug Drumba angehört und ebenfalls im Fehnort wohnt.
Viele Menschen waren zu dem ungewöhnlichen Ereignis auf dem Augustfehner Bahnsteig gekommen und selbst Michael Eisenhauer, Sprecher des Verkehrsbetriebes Bremen bei der DB Regio AG, sagte, dass er selten so viele Gäste bei einer Zugtaufe an einem Bahnhof von der Größe Augustfehns gesehen habe. Man freue sich auch von Seiten der DB Regio AG, dass ein Regionalexpresszug nun den Namen Augustfehn trage. Für 2013 sei geplant, so Eisenhauer, dass Züge insbesondere im Sommer mit einem 7. Wagen ausgestattet würden; ein Wagen würde dann entkernt und könne für Räder genutzt werden. Somit wolle man Bahnreisen auch für die Ferienregion Ammerland noch attraktiver gestalten.
Bahnhof als Lebensader
Als historisches Ereignis für Augustfehn und die Gemeinde Apen bezeichnete Apens Bürgermeister Matthias Huber die Zugtaufe. Der Regionalexpress werde künftig für den Fehnort in ganz Niedersachsen werben. Der Bahnhaltepunkt Augustfehn, die Gemeinde Apen und das ganze Einzugsgebiet unseres Bahnhaltepunktes werden von der Namensgebung profitieren. Ein werbender Zug ist ein Imagegewinn und Kommunalmarketing vom Feinsten, so Huber.
Schon 2008 hatte man sich in der Gemeinde Apen dafür stark gemacht, dass ein Zug den Namen Augustfehn erhält. Jetzt habe es geklappt. Der Bahnhaltepunkt sei für den Fehnort Augustfehn die Lebensader und ein wichtiger Standortvorteil für die Gemeinde Apen, führte Huber aus. Seit 1869 gäbe es die Bahnlinie Richtung Oldenburg und den Bahnhaltepunkt Augustfehn, der die Entwicklung des Ortes und der Gemeinde bis heute maßgeblich geprägt habe. Kennzeichnend sei, dass der Bahnhof noch heute wichtiger Bestandteil des Ortszentrums sei und in seinen historischen Räume was inzwischen selten wäre noch eine attraktive Gaststätte untergebracht sei.
Die Bedeutung der Bahn und des Bahnhofs für Augustfehn stellte auch Zugtaufpate Werner Orth heraus. In den ersten Jahrzehnten nach der Eröffnung der Bahnlinie sei Augustfehn der zentrale Umschlagplatz für Torf in der Region gewesen. Mit dem Brennstoff seien damals u.a. alle Züge in ganz Norddeutschland befeuert worden. Auch für die Augustfehner Schwerindustrie das Stahlwerk habe die Bahn früher eine große Bedeutung gehabt. Ein Schienenstrang habe fast 100 Jahre lang direkt bis zum Werk geführt, so Orth.
Zugtaufe mit viel Musik
Wie Bahnmitarbeiter anno dazumal aussehen, zeigten Peter Janßen und Karl Siebs. Sie trugen eine bayrische bzw. preußische Lokführeruniform, Leihgaben aus dem Verkehrsmuseum Nürnberg.
Das Rahmenprogramm bei dem Fest gestalteten zwei örtliche Musikgruppen: Der Fehntjer Shantychor begeisterte mit Seemannsliedern und Shantys das Publikum; für flotte Rhythmen auf dem Bahnsteig sorgten die Mitglieder des Musikzugs Drumba.
