Augustfehn Ii - Ihre Tage sind gezählt: Die Klefer-Brücke in Augustfehn II wird abgerissen. Das hat die große Mehrheit des Aper Rates bei 16 zu acht Stimmen beschlossen. Versucht werden solle, so heißt es, die stark sanierungsbedürftige Überwegung für Fußgänger und Radfahrer über den Augustfehn-Kanal solange zu erhalten, bis die neue Lind-Brücke in Augustfehn II gebaut und die Bushaltestelle bei der neuen Brücke an der Friedenskirche geschaffen sei.
Schon zu Beginn der Ratssitzung bei Rothenburg in Godensholt hatte UWG-Fraktionsvorsitzender Bernd-Thomas Scheiwe beantragt, die Beratung über den „Abriss der Klefer-Brücke“ zu vertagen. Man solle die 2019 vorliegenden Ergebnisse des Augustfehner Verkehrsgutachtens abwarten, bei dem die gesamte Verkehrssituation von der Gnieser-Kreuzung bis zur Bahnhofstraße inklusive der Übergänge über den Augustfehn-Kanal untersucht werde. Ein Vertagen lehnte die Ratsmehrheit ab.
Gutachten als Entscheidungsgrundlage
Bei der Beratung führte Scheiwe später aus, dass man sich vom Verkehrsgutachten weitere Hinweise erhoffe, ob es z. B. sinnvoll sei, die neue Lind-Brücke am alten Standort zu bauen oder möglicherweise weiter zum Friedhof hin. Das Verkehrsgutachten könne Auswirkungen auf die ganze Brückensituation haben und man vergebe sich nichts, bis 2019 zu warten, ergänzte UWG-Ratsherr Hartmut Orth. Das Verkehrsgutachten sei Grundlage für souveräne Entscheidungen.
Die Ratsmehrheit bewertete den Sachverhalt anders: CDU-Ratsherr Holger Mundt, Vorsitzender des Straßen- und Brückenausschusses, betonte, dass es zwei Gutachten gegeben habe und eine Belastungsprobe der Brücke. Man könne nicht künftig alle sechs Monate das sanierungsbedürftige Bauwerk immer wieder auf seinen Zustand hin untersuchen lassen, damit es noch etwas und noch etwas genutzt werde. Eine Entscheidung müsse her.
Die forderte auch SPD-Fraktionsvorsitzender Björn Meyer. Zwei Gutachten und eine statische Untersuchung sprächen Bände, die Brücke sei abgängig. Dass Laien die Gutachteraussagen in Zweifel zögen, sei anmaßend, so Meyer. Sicher sei das Überqueren der Stahlwerkstraße bei der Klefer-Brücke nicht, deshalb habe man in Höhe der Geometer-Wöbcken-Brücke eine Ampel und plane eine weitere in Höhe der Brücke bei der Friedenskirche. Im übrigen sei die Geometer-Wöbcken-Brücke von der Klefer-Brücke nur 160 Meter entfernt.
Abriss kostet 48 300 Euro
Volker Martz (SPD) warf der UWG vor, dass sie ihre Forderung nach einem Verkehrsgutachten damit begründet habe, dass der Rat nicht aus Verkehrsexperten bestehe. Bei der Klefer-Brücke hingegen tue die UWG nichts auf Gutachter und fordere stattdessen die Sanierung und den Erhalt der Brücke.
Dr. Gunnar-Habben (CDU) meinte, dass eine ordnungsgemäße Belastungsprobe nicht stattgefunden habe. Dafür sei eine noch stärkere Belastung mit einer Wassersäule nötig gewesen als sie erfolgt sei. Doch schon die geringere Belastung habe die Grenzen aufgezeigt. Auch die Risse in der Oberfläche verwiesen auf den schlechten Zustand. Diese Brücke sei nicht zu retten. Wenn der Verkehrsgutachter eine weitere Querung über den Kanal vorschlage, könne man erneut beraten. Renate Brand (Grüne) sagte, dass die Ausgaben für zwei Gutachter, die zum gleichen Ergebnis kamen, genug seien und man nicht einen Euro mehr in die Brücke stecken solle. Rund 48 300 Euro wird der Abriss der Klefer-Brücke, so Finanzchef Lars Kock, kosten.
