AUGUSTFEHN - Trotz des schlechten Wetters hatten sich am Sonntag rund 50 Kunstinteressierte auf dem Eisenhüttenplatz in Augustfehn eingefunden, um bei einer Feierstunde das Industriedenkmal „Augustfehner Puddelöfen“ des Friesoyther Künstlers Alfred Bullermann einzuweihen. Der „Kunstpfad Ammerland“, eine Interessengemeinschaft von Kulturveranstaltern aus dem Ammerland, eröffnete, vertreten durch Jochen Kusber, die Veranstaltung mit einer kurzen Rede.
Er ging darin nicht nur auf die Hintergründe des Denkmals ein, sondern gab auch einen kurzen Überblick über andere Aktionen, die im Ammerland im Rahmen des Projekts „Vergessene Orte“ bereits umgesetzt wurden. Dazu zählt auch der „Edewechter Helgen“, der erst kürzlich eingeweiht wurde.
Neben dem Bürgermeister der Gemeinde Apen, Hans-Otto Ulken, war auch Landrat Jörg Bensberg zum Eisenhüttenplatz gekommen, um ein Grußwort des Landkreises zu überbringen. Außerdem ging Werner Orth, der sich schon lange mit der Historie des Ortes befasst, noch einmal auf die Geschichte der Stahlherstellung in Augustfehn ein. Der Gesangsverein Concordia aus Augustfehn sorgte zwischen den einzelnen Redebeiträgen für musikalische Unterhaltung.
Das Industriedenkmal neben dem alten Kesselhaus erinnert mit 14 unterschiedlich langen Stelen und den auf ihnen ruhenden frei geschmiedeten Eisenblöcken von jeweils 300 Kilogramm Gewicht an 14 Puddelöfen, die in Augustfehn den Einstieg in die industrielle Revolution einleiteten. In den Öfen wurde seinerzeit durch Rühren der Schmelze eine hohe Eisenqualität erreicht. Da bei jeder Füllung der Öfen etwa 300 Kilogramm Eisen erzeugt werden konnten, nahm Bullermann dieses Gewicht als Vorbild für die Blöcke.
Die Stelen wurden von dem gelernten Schmiedemeister im Stahlwerk in Augustfehn geschmiedet. Eine Informationstafel erläutert den Besuchern den historischen Bezug des Denkmals.
