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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Tiere Des Nordwestens: Ostfriesische Jungböcke reisen per Flugzeug nach Israel

18.09.2018

Aurich /Oldenburg Weser-Ems ist wichtige Export-Region für Nutztiere – auch für Schafe. „Allein das Ostfriesische Milchschaf dürfte inzwischen wohl in 25 Staaten vertreten sein“, schätzt Klaus Gerdes, Referent für u.a. für die Schafhaltung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg.

Jüngstes Export-Beispiel: 42 Jungböcke und vier Jungschafe der Rasse Ostfriesisches Milchschaf wurden nach Israel geliefert – unter anderem aus Betrieben in Ostfriesland, im Emsland und in der Wesermarsch. „In Israel sollen sie in der Population der Rasse Assaf-Schaf für eine Blutauffrischung sorgen“, berichtete Gerdes, der auch Zuchtleiter beim federführenden Landesschafzuchtverband (LSV) ist. Bereits im Vorjahr hatten die Israelis 41 Zuchtböcke importiert.

Gerdes erzählt: „Erste Kontakte der Israelis zum Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems waren auf der Agrarmesse Eurotier im Herbst 2016 in Hannover geknüpft worden. Zur Bockauktion Anfang August in diesem Jahr in Cloppenburg war es dann so weit. Eine vierköpfige Delegation aus Israel reiste an. 52 Böcke waren dort zur Körung und Auktion angemeldet. Da auch Käufer aus den Niederlanden, Polen, Estland und Slowenien vor Ort waren, um Zuchtböcke zu ersteigern, konnten die Interessenten aus Israel an diesem Tag zunächst nur 15 Jungböcke erwerben. Zusätzlich wurde ein kleines Kontingent von weiblichen Tieren ersteigert.

Noch am Auktionstag wurde aber ein weiterer Termin zur Auswahl von Böcken organisiert: Am Folgetag erwarben die Israelis weitere 27 Tiere.

Berücksichtigt wurden gut entwickelte, unverwandte Tiere von zwölf verschiedenen niedersächsischen Züchtern. Alle 46 Exporttiere mussten den Scrapie-Genotyp ARR/ARR (scrapieresistent) haben und serologisch auf Salmonellose untersucht werden.“

Nun drängte die Zeit, denn die nach der Auswahl und dem Kauf durchgeführte Blutuntersuchung war nur 30 Tage lang gültig, erläutert man beim Verband. Die Tiere mussten geschoren werden, es mussten entsprechende Transportkisten gebaut und ein Flug gebucht werden. Der erste Flugtermin wurde für Anfang September vereinbart und die Züchter, das Veterinäramt und die Spedition entsprechend informiert. Doch dann wurde es noch einmal spannend: Zum einen waren die Holzkisten nicht fertig und niemand hatte an die jüdischen Feiertage im September gedacht, erzählt Gerdes.

So musste der Flugtermin mit Lufthansa verschoben werden. Am Vortag brachten die Züchter dann ihre Tiere zur zugelassenen EU-Sammelstelle des Rinderzuchtverbandes Vereins Ostfriesischer Stammtierzüchter (VOSt) nach Aurich. Der Reisebericht geht weiter: „Dort wurden sie vom Veterinär in Augenschein genommen, auf einen Laster umgeladen und über Nacht zum Flughafen nach Frankfurt transportiert. Hier erfolgte die Verladung in die speziellen Transportkisten. Die Boxen waren großzügig mit Sägespänen eingestreut und beim sechsstündigen Flug standen Heu und Wasser zur Verfügung.“ Man flog Lufthansa.

Alles ging gut. Dem Schafzuchtverband sei von der „Israeli Sheep Association“ bestätigt worden, dass alle Tiere in Tel Aviv wohlbehalten angekommen sind. Dann ging es in die Quarantänestation.

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Experte Gerdes erinnert an einen historischen Hintergrund: „Bereits vor mehr als 50 Jahren begannen israelische Forscher mit der Einkreuzung von Ostfriesischen Milchschafen mit dem Ziel, die Fruchtbarkeit des Awassi-Schafes zu verbessern. Kreuzungsversuche ergaben, dass eine Kombination von 3/8 Ostfriesischem und 5/8 Awassi Genanteil am besten geeignet ist für ein Schaf mit hoher Vitalität, Milchleistung und Fruchtbarkeit. Die neu gezüchtete Rasse wurde Assaf-Schaf genannt.“ Von Israel aus habe das Assaf-Schaf sich weltweit verbreitet, so Gerdes.

50 Jahre nach den letzten Importen von Ostfriesischen Milchschafen nach Israel hätte die Züchter dort jetzt eine Auffrischung beim Assaf durchgeführt – und Genetik aus Ostfriesland eingesetzt.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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