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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Gewerkschaften kritisieren Fördergeld für Enercon-Tochter

22.08.2018

Aurich /Oldenburg Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den Auricher Windenergieanlagenhersteller hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Oldenburg-Ostfriesland gefordert, die Kriterien für die Wirtschaftsförderung aus Steuergeldern zu überarbeiten. „Enercon ist für uns der Anlass, die bisherige Praxis der Förderung von Unternehmen infrage zu stellen“, sagte DGB-Regionsgeschäftsführerin Dorothee Jürgensen am Dienstag.

Am gleichen Tag, an dem die Enercon-Geschäftsführung Gespräche mit Betriebsräten, der IG Metall und der Politik über den geplanten Stellenabbau verweigert habe, habe Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) aus dem Bundesverkehrsministerium einen Förderbescheid an das Unternehmen überreicht. „Das ist ein Schlag in das Gesicht der von Entlassung bedrohten Arbeitnehmer und ihren Familien“, sagte Jürgensen. Hintergrund: Die Enercon-Tochter EGPM hatte am Freitag in Aurich Fördermittel über 430 000 Euro für die Entwicklung einer Ladesäule für Elektroautos erhalten.

Ferlemann wies gegenüber dem NDR darauf hin, dass schon länger klar gewesen sei, das die Schnellladesäule aus Steuergeldern gefördert werde. Dennoch habe er überlegt, ob es derzeit angebracht sei, dazu einen Termin zu machen. Er habe sich schließlich dafür entschieden, um mit dem Unternehmen im Gespräch zu bleiben, erklärte er.

Enercon hatte Anfang August angekündigt, dass bei Zulieferbetrieben, die exklusiv für das Unternehmen produzieren, 835 Stellen gestrichen werden sollen, darunter in Westerstede, Haren, Emden und Aurich. Da der Windenergieanlagenhersteller sich für diese Zulieferer nicht zuständig fühlt, war er Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern und der Politik ferngeblieben.

Der DGB wies nun darauf hin, dass Geschäftsführer von Enercon bis vor Kurzem auch in allen betroffenen Betrieben Geschäftsführer gewesen seien. Zudem seien einige Ansiedlungen, etwa in Haren, von den Kommunen und dem Land mit erheblichen Mitteln gefördert worden.

Der DGB sprach sich dafür aus, dass von Auftragsvergaben und der Wirtschaftsförderung aus Steuergeldern Arbeitnehmer und Unternehmer gleichzeitig profitieren müssten. „Unternehmen, die die Arbeit von Betriebsräten und Gewerkschaften immer wieder behindern, Gespräche verweigern und sich ihrer sozialen Verantwortung entziehen, müssen von Förderungen ausgeschlossen werden“, forderte Jürgensen.

An diesem Mittwoch ist die Situation bei Enercon auch Thema einer Debatte im Landtag. Die IG Metall Küste bekräftigte, dass sie in der Auseinandersetzung mit Enercon weiter auf einen Dialog setzen wolle. „Wir erwarten, dass sich die Geschäftsführer mit den Betriebsräten und uns an einen Tisch setzen“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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