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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Lkw-Trailer aus Türkei per 600-Meter-Zug ins Emsland

13.04.2019

Aurich /Werlte Die kleine Eisenbahngesellschaft Ostfriesland Oldenburg (e.g.o.o.) hat sich ein weiteres Mal als Pionier für innovative Lösungen bei anspruchsvollen Eisenbahntransporten empfohlen: Jetzt trafen unter Führung der Privatbahn aus Aurich erstmals 96 Fahrgestelle (Chassis) für Lastwagen-Trailer aus der Türkei bei dem Lkw-Bauer Krone in Werlte (Emsland) ein.

Die Fracht war vom Krone-Werk in Tire (Türkei) aus über weite Strecken per Bahn und Schiff via Triest (Italien) transportiert worden. Ab Wels in Österreich hatte die zu Enercon gehörende e.g.o.o. den fast 600 Meter langen Sonderzug Richtung Emsland übernommen.

Bisher wurden die Trailer per Lastwagen aus der Türkei zum Hauptwerk von Europas größtem Nutzfahrzeughersteller nach Norddeutschland transportiert. Nach der erfolgreichen Testfahrt per Bahn sind die Bahnfirma und Krone „an einer dauerhaften Lösung interessiert“. Die Fahrt sei quasi die Vorbereitung weiterer Spezialverkehre in dieser Nische gewesen, hieß es.

Möglich werden solche Überlegungen durch ein innovatives Verladesystem für so genannte „nicht-kranbare Fracht“. Die Trailerchassis seien mit Hilfe des ISU-Systems – das steht für „Innovativer Sattelanhänger Umschlag“ – „transportoptimiert verladen worden“. Die Ware an sich habe keine Bahnzulassung. „Mit Hilfe dieses speziellen Verladegeschirrs, einem Hängesystem, konnten die Trailer in die Waggons gesetzt werden und durften damit per Bahn fahren“, erläutert e.g.o.o.-Prokurist Christian Stavermann. Zwischen Italien und Österreich werde das ISU-Umschlags-Equipment bereits seit vielen Jahren für den Transport nicht-kranbarer Trailer genutzt.

Die e.g.o.o. habe dieses bewährte System nun erfolgreich für den Transport bis nach Norddeutschland eingesetzt. Damit habe man den Kunden die Möglichkeit eröffnet, eigentlich nicht-kranbare Trailer dennoch per Bahn zu transportieren.

Was nur wenige wissen: Die Eisenbahn e.g.o.o., mit 1,6 Millionen Tonnen an jährlicher Fracht ein relativ kleiner Konkurrent der Bahn-Tochter DB Cargo, kümmert sich auch um den Papierkram: Man habe „die komplette Logistikkette inklusive aller notwendigen Zollformalitäten für den Kunden abgewickelt“, hieß es in Aurich. Dabei mussten viele Widrigkeiten überwunden werden: Für Transportgenehmigungen, Abnahmen, komplexe Prüfungen usw. gingen anderthalb Jahre drauf.

„Wir sind unglaublich stolz darauf, dass wir mit diesem Projekt unsere Leistungsstärke auch auf langen, internationale Transportstrecken und unter Nutzung verschiedenster Verkehrsträger unter Beweis stellen durften“, so Stavermann. Man entlaste mit der Verlagerung vom Lkw auf die Schiene auch die Umwelt und verbessere die Umweltbilanz des Kunden.

Die e.g.o.o. war 2008 als Werksbahn von Enercon gegründet worden. Sie öffnete sich immer mehr auch für Dritte. Die e.g.o.o. (10 Lokomotiven) führt täglich 25 Zugfahrten durch. Man fährt auch Touren in der Region – etwa zum Jade-Weser-Port, nach Brake oder auf der Güterstrecke Ocholt-Sedelsberg.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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