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Bundeswehr Aus dem „Teppichklopfer“ ins Meer

Horst Wilken

Bad Zwischenahn - Rund 200 Soldaten der Luftlandebrigade 31 „Oldenburg“ hatten am Dienstag und Mittwoch ihren Dienstort auf das Areal des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses in Rostrup an der Elmendorfer Straße verlegt. Von dort aus galt es, ihren Wassersprungdienst zu absolvieren.

Zwei leichte Transporthubschrauber vom Typ Bell UH-1D des Transporthubschrauberregimentes 10 in Faßberg, im Volksmund ihrer klopfenden Geräusche wegen liebevoll als „Teppichklopfer“ bezeichnet, drehten während der vergangenen zwei Tage in Rostrup im Viertelstundentakt ihre Runden. Pro Flug bugsierten die Drehflügler jeweils fünf Fallschirmjäger auf die Absprunghöhe von rund 400 Meter. Das besondere an diesem Ausbildungsabschnitt ist, dass die Landung des Springers im Wasser, in diesem Falle im Zwischenahner Meer, auf dem Dienstplan stand.

70 Sekunden für 400 m

Nur wenige Minuten nach dem Start in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Offizierheims gab der verantwortliche „Absetzer“ im Luftfahrzeug bei ständigem Funkkontakt zum Boden das Manöver frei, und die Soldaten sanken mit rund fünf bis sechs Meter pro Sekunde in Richtung See. Zuvor waren die Fallschirme durch eine Aufziehleine mit dem olivgrünlackierten Hubschrauber verbunden, wodurch sie sich automatisch öffneten.

Rein rechnerisch dauert es etwa 70 Sekunden, bis die Soldaten mit ihren „Rundkappen“, wie die Schirme der Automatikspringer ihrer runden Form wegen genannt werden, in das etwa 20 Grad warme Wasser eintauchten. Nur wenige Sekunden später peitschten drei Soldaten mit einem der sechs auf dem Meer im Einsatz befindlichen Schlauchboote der brigadeeigenen Luftlandepionierkompanie 270 aus Seedorf herbei, um ihre durchnässten Kameraden an Bord zu ziehen. Auf bis zu 50 Stundenkilometer kann der 40 PS starke Außenbordmotor das Boot beschleunigen.

Interessierte Besucher

Nicht schlecht staunten die Helfer, als sie mit Brigadegeneral Reinhardt Zudrop auch schon mal ihren Brigadekommandeur aus dem Wasser fischen mussten, der es sich nicht nehmen ließ, an der fordernden Ausbildung teilzunehmen und sich zuvor gern unter die Soldaten mischte.


Traditionell findet diese militärische Ausbildung schon seit Jahren jeweils zweitägig zu Beginn der Bad Zwischenahner Woche statt. In diesem Jahr hätte die Übung der guten Organisation wegen bereits nach dem ersten Tag beendet werden können. Die Brigadeführung entschied sich vor dem Hintergrund des guten Miteinanders mit der Gemeinde Bad Zwischenahn allerdings gerne dazu, auch am zweiten Tag noch einige Flüge durchzuführen. Denn immer wieder machten sich Anwohner und Kurgäste, durch die zahlreichen Flugbewegungen aufmerksam geworden, auf den Weg in das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus und führten informative Gespräche mit den Soldaten.

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