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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Aus für weiteres Flüssig-Erdgas-Projekt

10.08.2011

WILHELMSHAVEN Der Energiekonzern RWE steigt zumindest vorerst aus dem Projekt „German GasPort“ in Wilhelmshaven aus. Das teilte die Unternehmenstochter RWE Supply & Trading GmbH am Dienstag in Essen mit. Als Begründung verweist der Konzern auf „nicht hinreichend zur Verfügung stehende Zugangskapazitäten zum Gashochdruckpipeline-System“, über das jenseits der Gaskavernen in Etzel (Friedeburg) die Versorgung der RWE-Kunden erfolgen sollte.

Der „German GasPort“ ist bereits das zweite LNG-Projekt an der Jade, das nach jahrelanger Planung auf Eis gelegt wird. 2008 war Eon Ruhrgas aus betriebswirtschaftlichen Gründen vom Bau eines Flüssigerdgas-Terminals ihrer Tochter DFTG auf dem Voslapper Groden abgerückt.

RWE wollte mit Spezialschiffen durch Kälte verflüssigtes Erdgas (LNG) an einer Löschbrücke der Nord-West-Oelleitung (NWO) in Wilhelmshaven anlanden. Das an Bord der Schiffe regasifizierte Gas sollte über eine neue, etwa 25 Kilometer lange Pipeline nach Etzel befördert, dort eingelagert und bei Bedarf weitertransportiert werden.

Die Planungen für das seit 2007 unter dem Namen „German GasPort“ laufende Projekt sind weit fortgeschritten und sollen nach Unternehmensangaben auch fertiggestellt werden. „Sollten sich die Rahmenbedingungen im Fernleitungsnetz ändern, wird RWE eine Wiederaufnahme prüfen“, sagte die Sprecherin der RWE Supply & Trading, Barbara Minderjahn.

Bei der NWO wird die Entscheidung der RWE ausdrücklich bedauert. Wie Unternehmenssprecherin Nina Endelmann sagte, habe sich das Unternehmen, dessen Kerngeschäft im Umschlag von Rohöl für mehrere deutsche Raffinerien liegt, von der Gasanlandung ein weiteres wirtschaftliches Standbein erhofft. Direkte Auswirkungen habe die Entscheidung aus Essen auf die NWO aber nicht. „Bei uns sind davon keine Mitarbeiter betroffen“, so Endelmann. „Dafür war die Planung des Projekts noch nicht weit genug fortgeschritten.“

Der Weitertransport des RWE-Gases über Etzel hinaus hätte über Gasunie Deutschland erfolgen sollen. Das Unternehmen habe entgegen ursprünglicher Pläne entschieden, den Netzausbau im Bereich Etzel aus wirtschaft­lichen Gründen nicht weiterzuverfolgen, so RWE.

Gasunie-Sprecher Dr. Philipp von Bergmann-Korn bestätigte, dass man drei Jahre lang verhandelt habe, aber zu keinem Ergebnis gekommen sei. Konkrete Gründe für das Scheitern nannte er nicht. „Pipeline-Transport-Kapazitäten sind aber ein kostbares Gut.“

„LNG ist für uns nicht nur ein wichtiges strategisches Geschäftsfeld, sondern der Bau einer LNG-Anlage ist sowohl für die Region Wilhelmshaven als auch für die Versorgungssicherheit in Deutschland von besonderer Bedeutung“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der RWE Supply & Trading, Stefan Judisch. „Daher bedauern wir es umso mehr, dass wir uns zu diesem Schritt derzeit gezwungen sehen.“

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