Wildeshausen - Das Hotel Lindenau in Wildeshausen ist Geschichte. „Mit dem Abbau der Werbeschilder ist es nun offiziell“, bestätigte Besitzerin Sibylle Cordugas am Donnerstag gegenüber der NWZ .

Im Oktober 1989 hatten die Geschäftsleute Rainer und Sibylle Cordugas das kleine Hotel an der Dr.-Klingenbergstraße eröffnet. Bereits knapp zwei Jahre später erwies sich das Hotel mit seinen sechs Doppelzimmern als zu klein und wurde um fünf Doppelzimmer erweitert. Mehr gab der ehemalige Pferdestall der Familie Cordugas an Kapazität nicht her.

„Inzwischen ist das Hotel in die Jahre gekommen und die Ansprüche der Gäste werden immer größer“, weiß die Wildeshauser Geschäftsfrau. Also entschloss sich das Ehepaar, einen nach eigenen Angaben wirtschaftlich sinnvollen Weg zu gehen, sprich den ehemaligen Stall ein zweites Mal grundlegend zu sanieren und diesmal zu Wohnzwecken umzubauen.

„Es entstehen im Moment drei Wohneinheiten, die zum 1. Juni vermietet werden“, berichtet Sibylle Cordugas, die angesichts der aktuellen Entscheidung Erleichterung verspürt.

Was bleibt, ist der Weinhandel, der unter dem Namen „Wildeshauser Wein-Kontor“ zunächst vorrangig der Versorgung der Hotelgäste diente. „Diese kamen aus ganz Europa, vielfach aus Skandinavien, und nahmen auf dem Nachhauseweg etliches an Wein mit“, erinnert sich die Hoteliersfrau.


Inzwischen habe sich der Weinhandel, der auch Weinproben und Hausmessen anbiete, längst zu einem eigenständigen Betrieb mit drei Mitarbeitern in Teilzeit gemausert. „Das ebenfalls mehr als 25 Jahre bestehende Unternehmen reift im Gegensatz zum Hotel und wird immer ,runder’“, resümiert Sibylle Cordugas.

Und auch um die Nachfolge müssen sich Rainer und Sibylle Cordugas hier keine Sorgen machen, denn nach Angaben des Ehepaars melden sich immer mal wieder Interessenten, die gerne ein Weingeschäft übernehmen wollen. „Aber noch ist die Zeit dafür nicht gekommen“, betont die Wildeshauserin, die sich freut, künftig ganz für die Kunden des Wein-Kontors da zu sein.