Cloppenburg/Harkebrügge/Garrel - „Keine Entwarnung, aber auch kein Grund zur Panik“ – lautet am Mittwoch die Bilanz von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) nach einem mehrstündigen Treffen der Lenkungsgruppe zur Vogelgrippe. Experten der Landesregierung, der Tierhalter und der Landkreise bestätigten die bisher getroffenen Maßnahmen.

Danach werden im Drei-Kilometer-Radius um den Infektionsbetrieb bei Barßel über 400 000 Tiere intensiv kontrolliert, im Zehn-Kilometer-Radius streng beobachtet und das Transportverbot in den drei Landkreisen Cloppenburg, Leer und Ammerland aufrecht erhalten – „und wahrscheinlich verlängert“. Es gilt eine strikte Stallpflicht.

Der Landkreis Cloppenburg hat am Mittwoch die Keulung von weiteren 90 000 Tieren in zwei Betrieben angeordnet. Diese liegen in einem Ein-Kilometer-Radius um den Putenmastbetrieb in Harkebrügge. Landkreis-Sprecher Frank Beumker teilte mit, dass die Keulung eine reine Vorsichtsmaßnahme sei. Es gebe aktuell keine weiteren Verdachtsfälle.

Mitarbeiter des Veterinäramtes haben am Mittwoch damit begonnen, in den Betrieben in dem Beobachtungs- und dem Sperrgebiet Proben zu nehmen. In den Kontaktbetrieben waren die Proben bereits am Dienstag genommen worden, am Mittwoch standen aber noch einige Ergebnisse aus. Bereits am Dienstagnachmittag waren 19 000 Puten in Harkebrügge sowie am Abend 11 500 Tiere in Garrel gekeult worden. Die Tiere mit einem Gesamtgewicht von 200 Tonnen wurden in der Tierkörperbeseitigungsanlage in Kampe vernichtet.

Mit weiteren Maßnahmen will der Landkreis Cloppenburg einer Ausbreitung des hochpathogenen H5N8-Virus begegnen. Am Mittwoch wurde für einen Großteil des Nordkreises Cloppenburg ein Wiederbelegungsverbot verhängt. Um die hohe Tierdichte in dem Gebiet zu reduzieren und eine Übertragung des Virus zu erschweren, dürfen auch angrenzend an den Beobachtungsradius Ställe, nachdem die Tiere entfernt worden waren, 30 Tage lang nicht wiederbelegt werden.


Auch die zweite, bei einem Geflügelhalter im Kreis Vechta gezogene Probe, ist negativ. in dem Betrieb war es durch Personen zu Kontakten gekommen. Das Ergebnis der Laboruntersuchung nannte Vechtas Kreissprecher Jochen Steinkamp „beruhigend“, jedoch gebe es wegen der Inkubationszeit von zwei bis drei Tagen beim H5N8-Virus noch keine Entwarnung.

Derweil laufen auch im Landkreis Ammerland die Sicherungsmaßnahmen auf Hochtouren. In dem drei Kilometer großen Sperrbezirk um den betroffenen Stall in Barßel liegen auch sieben Ammerländer Betriebe, der Großteil auf Edewechter Gebiet. Insgesamt geht es um 17 000 Tiere.

Inzwischen sind nach Auskunft des Kreisveterinäramtes alle betroffenen Ställe untersucht worden. Mit den Ergebnissen der Probenanalyse wird bis spätestens Freitag gerechnet. In einem Radius von zehn Kilometern wurde ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Hier sind 270 Geflügelhalter mit mehr als 100 000 Tieren registriert.