Wilhelmshaven - Am Montag, 12. Dezember, wird die Ausbaustrecke Oldenburg offiziell in Betrieb genommen. Ein zentraler Punkt dabei: Die Strecke ist nun elektrifiziert, auch die Abzweigung zum Jade-Weser-Port. Jedoch: Wilhelmshaven hat noch andere Hafenanlagen, die per Bahn angefahren werden – aber weiterhin ohne Oberleitung.

Dazu erläuterte Hans-Joachim Zschiesche, Vorsitzender von „Pro Bahn“ Ems-Jade, eine Alternative: „Beim Kohleverkehr für Kraftwerkskohle werden vermehrt Euro-Modul-Loks eingesetzt.“ Sie könnten sowohl mit Oberleitung fahren als auch mit Diesel – so auch auf dieser „letzten Meile“. Dies wird auch in Oldenburg bei Zügen für Rheinumschlag an einem städtischen Industriegleis am Hafen praktiziert. In Wilhelmshaven könnte es weitere Elektrifizierungen geben.

Wie Zschiesche erläuterte, habe DB Netz den Auftrag bekommen, die fünf Kilometer langer Strecke von der Wilhelmshavener „Öl-Weiche“ zum Rüstersieler Groden (Kohle Bulk Terminal) mit einer Oberleitung zu versehen. Das laufe im Bundesprojekt „Elektrische Güterbahn“. „Leider dauert diese Maßnahme wieder einmal fünf Jahre Planung und Bauzeit“, bedauert der Wilhelmshavener. „Eigentlich hätte das bei der Ausbaustrecke Oldenburg-Wilhelmshaven mitgemacht werden können!“Auch schade: Der Anschluss an die Wilhelmshavener Raffinerie werde „leider nicht gemacht“. Doch auch dort böten sich die dualen Mehrzweckloks mit für Strom und Diesel förmlich an.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)