• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Ausbildung in Teilzeit schafft Perspektive

02.07.2015

Bad Zwischenahn /Uplengen Katja Kruse steuert in der Berufsausbildung auf ihr drittes Ausbildungsjahr zu, und sie sagt über ihren Weg: „Diese Möglichkeit war genau richtig für mich. So konnte ich mir eine Perspektive schaffen“. Die 31-Jährige macht in der Bad Zwischenahner Filiale der Bäckerei Hoppmann (Uplengen) eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin – und zwar in Teilzeit.

Nur so sei die Ausbildung aufgrund der familiären Bedingungen möglich gewesen, erzählt die Mutter von drei Kindern. Und jetzt ist sie fast schon auf der Zielgeraden.

Die Bäckerei Hoppmann mit ihren 29 Filialen im Nordwesten hatte 2014 den „Preis für Innovative Ausbildung“ (PIA) der NWZ gewonnen. Ausbildung in Teilzeit bieten bisher nur wenige „Pioniere“. Die PIA-Siegerskulptur steht nun beim Chef auf dem Schreibtisch.

Mit PIA werden Unternehmen gewürdigt, die in der Ausbildung mehr tun als üblich – und ein gutes Beispiel für andere abgeben. Aktuell läuft die Bewerbungsfrist für PIA 2015.

„Für uns geht es darum, gute Fachkräfte zu gewinnen“, erläutert Gesa Lüken-Hoppmann, die die Ausbildung leitet. So sei man auf die Idee mit der Ausbildung in Teilzeit (zurzeit mit vier von 33 Azubis) gekommen. Und auch aktuell seien Plätze dafür frei, so etwa in Westerstede und Bad Zwischenahn. „PIA“ habe der Firma 2014 einige Bekanntheit gebracht. Schön wären nun noch mehr Bewerber.

Und so soll es auch sein: PIA als Mosaikstein bei der Imagepflege von Unternehmen als gute, kreative Ausbilder.

Wichtig bei der Teilzeitausbildung: Alle ziehen mit. Bei Hoppmann betont man denn auch die Flexibilität und Toleranz in den Filialen, so etwa in Bad Zwischenahn. Es gebe (auch in der Berufsschule) Verständnis etwa für den Fall, dass man wegen der verschiedensten Umstände mit kleinen Kindern mal etwas später kommen oder Dienste umorganisieren muss. Immer würden Lösungen gesucht und gefunden, sagt Gesa Lüken-Hoppmann. Echte Probleme seien in der Gruppe der Teilzeit-Auszubildenden sehr selten. „Die, die anfangen, halten durch.“ Sie wüssten eben besonders gut, was sie wollten.

Die Ausbildungsleiterin hält den Verkaufsbereich für besonders gut geeignet. In der Produktion mit ihren besonderen Arbeitszeiterfordernissen passe es dagegen eher nicht so gut mit „Teilzeit“.

Bei Hoppmann startete man vor vier Jahren mit der Teilzeitausbildung für die Bäckerei-Fachverkäuferinnen. Und man nimmt sogar in Kauf, dass die Azubis in Teilzeit unterm Strich weniger im Betrieb sind als sonst. Berufsschule muss sein.

„Wir machen auf jeden Fall weiter“, kündigt Gesa Lüken-Hoppmann zum Teilzeit-Modell an. Zudem sei man offen gegenüber weiteren Ansätzen, etwa für Jugendliche mit Lernschwächen oder bei Migrationshintergrund.

Auch bietet die große Bäckerei (380 Beschäftigte) eine „Einstiegsqualifikation“. Wer das (mit Förderung) schafft, der wird üblicherweise auch in die Ausbildung übernommen und bekommt das Qualifikationsjahr darauf angerechnet.

Und Teilzeit-Azubi Katja Kruse? „Ich wollte unbedingt eine Ausbildung machen“, erinnert sie sich an 2013 und freut sich noch heute darüber, wie schnell alles ging, als man erstmal in Kontakt war. Vorher war sie auch auf „das Amt“ angewiesen gewesen.

„Jetzt habe ich eine Perspektive für mein Leben“, sagt Katja Kruse. Und dafür nimmt sie einiges in Kauf. Dazu gehört auch: jeden Arbeitstag per Fahrrad bei Wind und Wetter vom Wohnort Apen erst einmal zum Bahnhof in Ocholt strampeln, dann mit der Bahn nach Zwischenahn, und abends wieder zurück.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

Weitere Nachrichten:

Bäckerei Hoppmann | NWZ | Berufsschule

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.