Oldenburg/Sandhatten - Ob er schon eine Vorstellung vom Siegerpreis hat? Wolfgang Hinrichs lacht. „Moment, erstmal eine Tasse Kaffee.“ Dann lässt er sich in seiner Werkstatt in Sandhatten (Kreis Oldenburg) in den Drehstuhl fallen und schlägt die Beine übereinander. „Na klar. Ich habe sogar mehrere Ideen.“

Zum fünften Mal in Folge gestaltet der gelernte Architekturmodellbauer und Freiberufler die Skulpturen für die Sieger beim „Preis für Innovative Ausbildung“ (PIA) der   NWZ , die bei der Abschlussfeier vergeben werden – für Hinrichs jedes Mal eine Herausforderung. „Mal kommen die Ideen sofort, manchmal dauert es länger, man kann sowas nicht erzwingen“, sagt er. Aber dieses Glücksgefühl, wenn er die Skulpturen später in Vitrinen oder an anderen Orten wiedersieht, sei unbeschreiblich. „Das ist Ausdruck für die Wertschätzung meiner Arbeit, sowas spornt an.“

Hinrichs deutet auf eine Figur in der Werkstatt, die einen Schritt macht. „Ein Schritt ins Berufsleben, das war meine Idee im vergangenen Jahr“, sagt er. Dieses Mal soll es etwas anderes sein. Während eines Konzertes von Spandau Ballet im Fernsehen hatte er gleich mehrere Einfälle: „Entweder wird es ein Sprungbrett, eine sich öffnende Tür, oder eine Art Treppe“, sagt er. Sobald die Idee steht, macht sich Hinrichs an die Arbeit. Vorbereiten kann er alles, „bis auf das Firmenlogo“, das sobald der Gewinner feststeht mit dem Sandstrahler eingraviert wird.

In seiner Werkstatt hat der Oldenburger alle Werkzeuge und Hilfsmittel parat: Wasserbandschleifgerät, Sandstrahler, UVA-Kleber, Lötkolben, Spezialbohrer, Sägen, Zangen, Glasschneider, einen Ofen und eine Abzugskabine. Nur für große Arbeiten müsse er in andere Werkstätten ausweichen.

Beigebracht hat der 61-Jährige sich die Techniken selbst. „Ich bin seit 27 Jahren selbstständig und ein Autodidakt“, sagt er. Seine Ausbildung sei ihm aber zugute gekommen und ein Wochenendseminar über die Bearbeitung von heißem Glas. „Ich hatte schon früh mit Handwerk zu tun und habe mit meinem Vater Ladeneinrichtungen gebaut“, sagt er.


Wenn er gerade nicht an Skulpturen für PIA arbeitet, baut Hinrichs Lupen-Objekte, Bahnhöfe für Modelleisenbahnen und andere ungewöhnliche Glasobjekte. Wichtig sei vor allem eines: „Die persönliche Handschrift, das Alleinstellungsmerkmal meiner Kunstobjekte“, sagt er.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft