Oldenburg - Es grünt so grün – das Oldenburger Staatsarchiv. Das Gebäude aus Sandstein mit dem in den 1990er Jahren erbauten Archivturm setzt deutlich Grünspan an – Feuchtigkeit und der Zahn der Zeit tun das Ihrige dazu.

Schön sieht die Anlage an der Straße „Damm“ hinter der Cäcilienbrücke damit nicht aus, das weiß auch Dr. Gerd Steinwascher. Allerdings sieht sich der Leiter des Staatsarchivs in seiner Arbeit mit dringenderen Problemen konfrontiert, als die verwitterte Fassade seiner Einrichtung. „Wir haben es mit dringenderen finanziellen Sorgen zu tun, da uns Gelder zusammengestrichen wurden“, sagt er. Für die Reinigung der Außenfassade des Staatsarchivs habe er in seinem Budget daher keine Mittel eingeplant.

„Mit einer drei- oder vierstelligen Summe würde man da auch nicht auskommen, es müsste ein Gerüst her, um auch oben an den Turm zu gelangen. Das würde teuer werden, und das Geld haben wir nicht“, ist er sich sicher. Denn vom staatlichen Baumanagement, so Steinwascher, sei keine finanzielle Unterstützung zu erwarten.

Eine regelmäßige Reinigung des Gebäudes ist daher nicht möglich. Steinwascher ist sich nicht einmal sicher, wann dies das letzte Mal der Fall war. „Der Archivturm ist in den 1990er Jahren erbaut worden, seitdem hat es meines Wissens nach keine Reinigung gegeben“, sagt er.

Das findet der Archivleiter aber auch gar nicht so schlimm. „Ein Drama wäre es, wenn wir hier nach dem Motto ,Außen hui, innen pfui’ vorgehen würden“, sagt er. Wichtiger ist es dem Archivleiter und seinen Mitarbeitern, dass die Archivalien im Gebäude optimal gelagert würden. „Wir haben hier ein ausgezeichnetes Klima für die Dokumente“, betont er.


Es sei daher wesentlich, dafür zu sorgen, dass das auch so bliebe. „Den Archivalien macht es nichts aus, wenn das Gebäude außen Patina ansetzt“, so Steinwascher. Und solange für die Dokumente keine Gefahr im Verzug sei, sei die Reinigung der Außenfassade zweitrangig.