Hannover/Oldenburg/Aurich - Deutschlands Industriebranche rechnet nach ihrer Weltleitmesse in Hannover mit brummenden Geschäften für die nächsten Monate. „Die Unternehmen schauen sehr optimistisch in die Zukunft“, sagte der Chef des Ausstellerbeirats auf der Weltleitmesse, Dietmar Harting, am Freitag in Hannover.
„Weite Teile – das reicht an die 80 Prozent – beurteilen die Lage für sie gut oder sogar sehr gut“, sagte Harting am letzten Tag der Leistungsschau unter Berufung auf eine Umfrage bei knapp 300 der insgesamt rund 5000 Ausstellern. „Jeder Zweite rechnet damit, dass das die nächsten zwölf Monate anhält.“
Nach Angaben der Veranstalter kamen mit gut 180 000 Besuchern in diesem Jahr ähnlich viele wie 2012, als es laut Messe-Angaben 183 000 Gäste waren. Der Anteil an Entscheidern und Fachbesuchern sei erneut gestiegen.
Auch die Aussteller aus dem Nordwesten zeigten sich mit dem Verlauf der Messe meist zufrieden. Zwar berichteten einige, das sich die Besucherzahl am Stand teilweise etwas verringert habe, dafür sei die Qualität der Gespräche deutlich besser gewesen.
„Die diesjährige Messe lief besser als die im letzten Jahr“, meinte etwa Jochen Peipp, Niederlassungsleiter bei der Rolf Janssen GmbH (Aurich), einem Spezialisten für Energie- und Prozesstechnik. Man nutze die Industrieschau in Hannover vor allem zur Kontaktpflege und zum -aufbau mit Kunden und Geschäftspartnern aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Insgesamt sei auch bei Janssen die anziehende Konjunktur zu spüren. „Es wird wieder mehr investiert“, sagte Peipp.
Auch bei der Elektro Koopmann GmbH (Cloppenburg), die zum fünften Mal auf der Industrieschau vertreten war, war man „sehr zufrieden“ mit dem Messeverlauf, berichtete Hans-Hermann Schulte (Bereich Vertrieb/Projektierung). „Die Hannover Messe bietet für uns die Möglichkeit, uns nicht nur einer regionalen Kundschaft zu präsentieren, sondern Interessenten aus ganz Deutschland und der Welt“, sagte der Vertreter des Energie- und Elektrotechnik-Spezialisten. Auch Schulte berichtete über ein „wachsendes Geschäft“.
Über mangelnde Nachfrage kann sich auch Frank Labohm, Geschäftsführer des Messtechnik-Spezialisten Labom aus Hude, nicht beklagen. „Messtechnik ist ein Wachstumsmarkt, vor allem im Ausland“, sagte Labohm. Mit der Messe in Hannover war Labohm zufrieden. Positiv bemerkbar gemacht habe sich vor allem, dass der Stand in diesem Jahr Bestandteil einer regelmäßigen Technologie-Tour gewesen sei.
ForWind, das Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen, nutzte die Messe sowohl zur Vorstellung von Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten als auch von aktuellen Forschungsprojekten. „Die Hannover Messe war für uns eine gute Gelegenheit, zahlreichen interessierten Fachbesuchern und Entscheidern unter anderem die von ForWind entwickelte Wind-Messtechnik zu präsentieren“, sagte Geschäftsführer Dr. Stephan Barth. Zugleich freuten sich die Windforscher über das rege Interesse aus der Politik. So besuchten u.a. Ministerpräsident Stephan Weil sowie die Landesminister Olaf Lies (Wirtschaft/SPD) und Stefan Wenzel (Umwelt/Grüne) den Messestand.
