Kleinensiel - Die Abschaltung des Kernkraftwerks Unterweser nach der Fukushima-Katastrophe im März 2011 war Karl Ramlers schlimmstes Erlebnis in seiner Zeit als Technischer Leiter. „Vor allem für die Mitarbeiter war es sehr belastend“, sagt er.
Nach wie vor hält Ramler diesen Schritt für falsch, wie er auf Nachfrage sagt: „Es stellt sich immer mehr heraus, dass das Thema überhastet angegangen worden ist.“
Dabei ist Ramler keineswegs der Überzeugung, dass die Kernenergie für die Stromerzeugung in Deutschland unbedingt erforderlich wäre. Es brauche allerdings einige Jahrzehnte, um vom System der Energieversorgung bis 2011, das ja absolut funktionsfähig gewesen sei, in ein neues, sauberes System zu kommen.
Das entscheidende Problem sei, dass die von Windrädern und Sonnenkollektoren erzeugte erneuerbare Energie nicht gespeichert werden könne. Deshalb müsse es konventionelle Kraftwerke in der Hinterhand geben, die die Stromversorgung sicherstellen. Für die Speicherung der erneuerbaren Energie brauche es einen Technologiesprung, der sich derzeit aber noch nicht abzeichne. „Der Atomausstieg war sowohl volkswirtschaftlich als auch energiepolitisch falsch“, sagte Ramler. „Die Energiewende ist eine sehr komplexe Angelegenheit, die länger hätte geplant werden müssen.“
