Hannover - Nach dem bundesweiten Streik der Lokführer müssen die Fahrgäste in Niedersachsen und Bremen weiter mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Seit 6.00 Uhr sei der neunstündige Ausstand zwar beendet. Die Auswirkungen des Streiks würden aber noch bis zum Mittag zu spüren sein, sagte eine Bahnsprecherin am Mittwochmorgen. „Die Züge sind noch nicht wieder da, wo sie sein sollen.“ Teils sollen Regional- und Fernzüge jedoch schon früher wieder planmäßig fahren.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte am Dienstagabend mit ihrem bundesweiten Streik auch in Niedersachsen und Bremen begonnen. Die meisten Pendler waren gut vorbereitet - die von der Bahn über den Tag verbreiteten Informationen hatten die meisten Reisenden erreicht.

Am Hauptbahnhof Hannover war gegen Ende des Streiks die Lage entspannt. Viele Fahrgäste hatten zusätzliche Zeit eingeplant. „Ich dachte mir schon, dass nicht alles läuft wie geplant“, sagte eine Betroffene. Lange Schlangen vor den Service-Schaltern der Deutsche Bahn gab es nicht. Viele Züge hatten nach Ende des Streiks aber noch deutlich Verspätung. Bei der S-Bahn Hannover gab es zahlreiche Ausfälle, Pendler diskutierten über Fahrgemeinschaften.

Hartmut Petersen, Vorsitzender des GDL-Bezirks Nord, sprach von einer starken Streikbeteiligung und betonte die „tolle Solidarität“. Etwa 80 Prozent der Züge in Norddeutschland seien zum Stehen gebracht worden. Die eine oder andere S-Bahn sei allerdings gefahren, weil viele Beamte im Einsatz gewesen seien.

Die GDL hatte Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten in allen Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn zum Ausstand aufgerufen. Sie fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn scheiterten zunächst, weil die Gewerkschaft nicht allein für die Lokführer verhandeln will und mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rivalisiert. Dies lehnt die Bahn ab.