Bockhorn - Der Orkan vom 13. November 1972 hat auch in der Gemeinde Bockhorn einiges an Schäden hinterlassen. Einer, der damals sofort mit seiner Kamera losgezogen war, ist der begeisterte Hobbyfotograf Erich Brokmann. Schon vor seiner Haustür in Grabstede fing es an, links und rechts der Hauptstraße lagen die Bäum wie mit der Axt gefällt: „Alles lag flach, alles war gesperrt“, berichtet Brokmann. Er hat die Bilder von damals aufbewahrt und stellte sie jetzt der NWZ  zur Verfügung.

Eigentlich war das Ziel von Erich Brokmann die Ziegelei Tapken in Bockhorn an der Urwaldstraße, und irgendwie kam er auch hin. Da steckte nämlich sein Nachbar Fritz Hinrichs richtig in der Klemme, wie Brokmann heute noch genau weiß. Dessen schöner gelber Opel hatte das Pech, in einem der Trockenschuppen geparkt worden zu sein. Aus den Schuppen machte der Orkan Kleinholz, der Opel steckte drunter – wie auch sieben weitere Fahrzeuge.

Henning Strodthoff, Sohn des damaligen Ziegeleibesitzers, kann sich wie viele andere, die die NWZ  befragte, an den Sturm nicht mehr erinnern, er war damals ein neunjähriger Junge. Die Trockenschuppen, so erzählt er, hatte sein Vater in Bremen erworben, mit Pferd und Wagen nach Bockhorn transportieren und wieder aufbauen lassen. Zu der Zeit des Orkans wurden sie zum Trocknen der Ziegel schon nicht mehr benötigt, deswegen konnten die Mitarbeiter ihre Autos da unterstellen.

Helmut Gerdes aus dem Bau- und Ordnungsamt im Rathaus weiß über Bockhorn nichts zu berichten, aber aus Zetel: „Wir saßen damals bei unseren Schwiegereltern, den Schaustellern Rosi und Georg Cornelius, in deren Wohnwagen auf dem Markt, als plötzlich die Zelte durch die Gegend flogen.“

Auch Gert Lämmel, damals wie heute für die DLRG aktiv, hat mehr Erinnerungen an Zetel als an Bockhorn: „Ich weiß noch, wie der Sturm in Ruttel und im Fuhrenkamp mächtige Schneisen durch den Wald riss.“