Symbol des Wirtschaftswunders
Von 1938
bis 2003 wurden von der heutigen Volkswagen AG mehr als 21,5 Millionen Käfer gebaut. Der NS-Staat förderte den Bau eines billigen „Volkswagens“. Als Schöpfer des Käfers gilt Ferdinand Porsche. Die Serienproduktion begann erst im Sommer 1945 im VW-Werk Wolfsburg. Der Käfer, auch als „Kugelporsche“ bezeichnet, wurde zum Symbol des „Wirtschaftswunders“. 1974 wurde er vom VW Golf abgelöst, blieb aber noch bis 1978 in Deutschland in Produktion.21,5 Millionen Volkswagen liefen vom Band. Die Produktion wurde 2003 eingestellt.
von Renate Detje
Berne „Er läuft und läuft und läuft“ – dieser Slogan ist untrennbar mit dem Volkswagen, kurz dem Käfer, verbunden. Und auch heute, 73 Jahre nach dem ersten Prototypen, läuft der Wagen immer noch. Und hat nach wie vor eine große Fangemeinde, die dieses Auto liebt und hingebungsvoll pflegt. Der Club der Käferfreunde Unterweser e.V. gehört zu ihnen. Anlässlich ihres 20-jährigen Clubjubiläums kamen die Käfer-Enthusiasten von Nordenham bis Lemwerder für ein Wochenende auf dem Berner Campingplatz Juliusplate zusammen, um zu feiern, aber auch, um sich über ihre Wagen auszutauschen.
Für jedes Clubmitglied gehört der Käfer zur Familie und die Leidenschaft hört nicht in der Garage auf. VW-Käfer-Modelle schmücken in den Wohnzimmern Regale und Vitrinen und man findet auch einen Kotflügel, der jetzt Blumen Platz bietet. Weil er seinen Sohn nicht nach der Disney-Kinofilm-Reihe Herbie nennen durfte, hört nun der Familienhund auf diesen Namen, erzählt der 2. Vorsitzende des Clubs der Käferfreunde Jan Adams aus Berne.
Der Volkswagen sollte, nach einem 1934 von Ferdinand Porsche verfasstem Exposé, ein vollwertiges, zuverlässiges Automobil mit Platz für vier Personen sein, das bis zu 100 Stundenkilometer schafft und eine Steigung von 30 Prozent mühelos überwindet. Doch wie viele stolze Käferbesitzer froren in ihrem Schätzchen, weil die Heizung nur mäßig funktionierte? Wie viele Familien verzweifelten beim Verstauen des Gepäcks, sollte es auf Tour gehen?
Aber eine Vase am Armaturenbrett entschädigt für alles und wenn man dann auch noch in strengen Wintertagen, als man noch nicht an Schneeräumen und Winterreifen dachte, zwar frierend, aber aufgrund des Heckmotors durch ausreichende Haftung der Antriebsräder auf glatter Straße an anderen Automobilisten vorbeizieht, kommt doch wahre Fahrfreude auf. Das alles ist Vergangenheit und der VW-Käfer hat eine beispiellose Geschichte hinter sich. Mehr als 50 Jahre brauchte es, um einen unglaublichen Rekord aufzustellen. 21,5 Millionen Käfer liefen seit Beginn der Serienproduktion im September 1945 bis zum Ende der Produktion im Jahr 2003 vom Band. Es war damals der größte Erfolg der Autoindustrie weltweit. So ist es verständlich, dass es heute immer noch viele Käferfans gibt.
Der Club der Käferfreunde Unterweser lädt Gleichgesinnte zu den Vereinsabenden ins Clublokal des Hotel-Biercafé Hülsmann in Rodenkirchen ein. Die „Benzingespräche“ finden jeden ersten und dritten Freitag eines Monats ab 20 Uhr statt.
