Oldenburg - Mit Befremden hat der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, Mario Schaeffer, Vorwürfe kommentiert, die Bäderbetriebschef Carl-Stephan Matti gegen seine Schwimmmeister erhoben hat. Matti hatte als Reaktion auf einen Badeunfall im Flötenteichbad erklärt, dass seine Mitarbeiter ihren Pflichten nicht nachkämen (die NWZ  berichtete).

Schaeffer berichtet, am Freitag, 20. Juli, von einem jungen Mann aus dem Flötenteichbad telefonisch um Hilfe gebeten worden zu sein. „Dort musste der Auszubildende im 2. Lehrjahr in der Zeit von der Öffnung des Bades bis 11 Uhr alleine die Aufsicht verrichten“, schreibt Schaeffer. Er habe drei Becken mit über 2000 Quadratmeter Wasserfläche zu betreuen gehabt, war für die Kasse, Umkleiden und die technische Überwachung zuständig – und dies nicht zum ersten Mal. Dies sei eine Anweisung von Matti gewesen sei.

Der Bäderbetriebschef wollte auf Nachfrage der NWZ  von einer „ausdrücklichen Anweisung“ nichts wissen. Tatsächlich habe er einen Dienstplan geschrieben, in dem der Auszubildende allein eingeteilt worden sei. Doch liege die Verantwortung dann bei den Schwimmmeistern. Der Dienstplan sei ein Entwurf und habe keinen verpflichtenden Charakter. Der Auszubildende hätte mit einem Anruf die Verantwortung ablehnen und um Hilfe bitten können. Das sei aber nicht geschehen. Die Schwimmmeister hätten ihn außerdem gebeten, aufgrund des akuten Personalmangels einen Notdienstplan zu schreiben.

Schaeffer hält es außerdem für verwunderlich, dass Matti alle städtischen Mitarbeiter, vor allem die Betriebsleiter, ihrer Führungspositionen enthoben und dafür neue Mitarbeiter mit niedrigerem Lohn eingestellt habe. Schaeffer: „Da fragt man sich schon, warum hoch qualifizierte Mitarbeiter, plötzlich nur noch zur Aufsicht herangezogen wurden.“

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg