Hooksiel - Das Wasser ist eigentlich ihr Metier und doch betreten die 31 Auszubildenden Neuland, denn bislang haben die jungen Leute, die den Beruf des Fachangestellten für Bäderbetriebe lernen, nur im Schwimmbad trainiert. Nun geht es in die Nordsee – und in der herrschen gänzlich andere Bedingungen.

Die angehenden Bäder-Fachangestellten, die gerade ihr erstes Lehrjahr abgeschlossen haben, kommen aus ganz Niedersachsen vom Harz bis an die Ostsee. Gemeinsam werden sie an der Berufsschule Zeven im Blockunterricht theoretisch geschult. „Der Beruf Fachangestellte für Bäderbetriebe ist ein toller und vielseitiger Beruf – er bietet die Bandbreite von Technik bis Sport“, schwärmt Manuela Reiners-Lüpkes. Sie ist Auszubildende in den Bädern der Wangerland Touristik und hat das Wasserrettungs-Seminar in Hooksiel mitorganisiert: „Jeder, der fleißig und sportlich ist, kann diesen Beruf lernen.“

Bevor es losgeht in der See, müssen sich die Azubis erst ankleiden. Auf dem Programm: Kleiderschwimmen. „Zwar liegt das Einsatzgebiet der meisten im Beruf später eher im Schwimmbad – es ist jedoch wichtig, dass sie lernen, auch unter solchen Bedingungen zurecht zu kommen“, erklärt Oliver Prieß, einer der begleitenden Lehrer.

1000 Meter sollen geschwommen werden, teils gegen die Strömung. Der DLRG-Verband Wangerland patrouilliert mit einem Boot. Wer nicht mehr kann, legt sich flach aufs Wasser, lässt sich treiben – die Sicherheit kommt an erster Stelle.

Was einfach klingt, bedarf bei dem aktuellen Wellengang großer Kraftanstrengung – etwa nach 500 Metern geben die ersten Schwimmer auf. Die meisten haben Salzwasser geschluckt, der Würgereflex führt dann schnell zu Atemnot. DLRG-Wachleiter Ralf Knebel bricht die Übung vorsichtshalber ab.


„Es ist schwer, wenn man Salzwasser nicht gewohnt ist. Wichtig war aber, dass sich alle gut verhalten haben und aufeinander achtgegeben haben“, ist Manuela Reiners-Lüpkes dennoch zufrieden. Der Hooksielerin bereitete das Schwimmen keine Probleme.

Noch bis Mittwoch ist die Gruppe im Wangerland unterwegs, untergebracht ist sie im Meerwasser-Hallenbad Hooksiel. Auch Rettungstechniken, etwa mit der so genannten „Baywatch-Boje“ oder Gurtrettern standen noch auf dem Programm.

Zudem unternahmen die angehenden Bäder-Fachangestellten eine Wattwanderung vor Schillig und Wattläufe über 5, 10 und 21 Kilometer. Am Dienstag besichtigten sie zudem die Schleuse Hooksiel als spezielles Rettungsgebiet. „Es geht darum, praktisch auszuprobieren, ob und wie eine Rettung möglich ist, wenn jemand in der Schleuse ins Wasser fällt“, erklärte Manuela Reiners-Lüpkes. Denn dass das eine besondere Herausforderung sei, könnten könnten sich viele nicht vorstellen.

Wer sich für den Beruf des Fachangestellten für Bäderbetriebe interessiert, kann sich im Internet unter den folgenden Adressen informieren: