Hannover - Niedersachsens Betriebe haben zum Auftakt des neuen Ausbildungsjahres im August immer größere Schwierigkeiten, passende Bewerber zu finden. „Der Trend verstärkt sich“, sagte Sonja Kazma von der Agentur für Arbeit in Niedersachsen und Bremen.

Bis Ende Juni sanken die Bewerberzahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent auf 54 685, die Zahl der gemeldeten offenen Stellen dagegen stieg um zwei Prozent auf 49 696. Betriebe sollten auch schwächeren Bewerbern eine Chance geben, betonte die Agentur und mahnte auf beiden Seiten größere Flexibilität an.

Auch der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK) warnt mit Blick auf den demografischen Wandel, dass die Suche nach geeigneten Kandidaten schwieriger wird. „Auf der Bewerberseite gibt es einen deutlich spürbaren Rückgang“, bestätigte Sprecherin Alexandra Kruse den Trend. Die NIHK hat ebenso wie andere Einrichtungen eine Reihe von Initiativen gestartet – die jüngste ist ein „Bewerbungs-Knigge“, in dem Bewerbern wertvolle Tipps für die Erstgespräche gegeben werden.

Die Agentur für Arbeit hat gerade ein Projekt „Assistierte Ausbildung“ gestartet, um förderbedürftigen Jugendlichen dank individueller Begleitung erfolgreich eine betriebliche Berufsausbildung zu bieten. Die Zahl der Stellen in Niedersachsen liegt zunächst bei 624 und in Bremen bei 38, kann aber bei Bedarf aufgestockt werden, gab die Agentur bekannt. Bei der assistierten Ausbildung schließen Betriebe reguläre Ausbildungsverträge ab und zahlen auch die Ausbildungsvergütung. Die Agentur wiederum zahlt Ausbildungsbegleiter, die Nachhilfe geben.