Harpstedt - „Das Leben hier funktioniert.“ In eher ruhigem Fahrwasser sieht Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes die Samtgemeinde zum Ausklang eines „normalen“ Jahres. Gleichwohl sind auch Klippen zu umschiffen: Die nächste sieht der Verwaltungschef in den Haushaltsberatungen und Sparzwängen. Angesichts des im Raum stehenden Kreditbedarfs von 480 000 Euro im Samtgemeindehaushalt 2013 sowie Mitgliedsgemeinden, die unter den Umlagen ächzen, war die Verwaltung (wie berichtet) zuletzt zur Erarbeitung einer Sparliste aufgefordert. Laut Cordes ist das unterdessen erfolgt: „Wir haben die Kreditermächtigung fast auf Null runtergekriegt“, berichtete er am Freitag: Verschiedene Investitionen (etwa die Straßenbaumaßnahme Salzweg oder die Überlaufrinne im Freibad) könnten dafür gestreckt oder gestrichen werden. Aber: Die Samtgemeindeumlage bliebe unverändert bei 4,5 Millionen Euro. „Wenn man einen gesunden Haushalt in der Samtgemeinde haben will, müssen wir die Umlage haben.“ Sie anzupacken, bedeute, dass Ausgaben gedrosselt und Einnahmen verstärkt werden müssten, warnte Cordes – dann sähe er Fragezeichen etwa beim Freibad und bei möglichen Hallengebühren.
Am 8. Januar geht die Haushaltsbesprechung in eine neue Runde mit einem interfraktionellen Treffen; dann werde der Etat kritisch beleuchtet, „es kommt alles auf den Tisch“, sagte Cordes. Ziel sei, das Zahlenwerk am 14. Februar im Samtgemeinderat zu beschließen.
Im Rückblick auf 2012 war für den Samtgemeindebürgermeister das große Thema in der Samtgemeinde die Sanierung von Delmebad und -turnhalle. „Ich hoffe, dass die Nutzer dieser Einrichtungen anerkennen bzw. es einschätzen können, was in finanziell schwierigen Zeiten hier für den Schul- und Sportbereich geschaffen worden ist. Über zwei Millionen Euro sind hier meines Erachtens sinnvoll investiert worden!“ Hinsichtlich der Kosten schloss Cordes aufgrund einiger noch ausstehender Schlussrechnungen nicht aus, dass der Kostenrahmen von 2,05 Mio. nicht ganz eingehalten werde – „aber es wird keine Elbphilharmonie“.
Beheizt wird das Delmebad wie auch Freibad und Schulzentrum auf Grundlage des geschlossenen Wärmeliefervertrags mit Investor Frieder Eiskamp mit Biogas. „Alles funktioniert“, erklärte Cordes; welche Einsparungen es gebe im Bereich der Schulen, „wissen wir erst nächstes Jahr“.
Im Freibad machte sich die neue Heiztechnik auch in einer verlängerten Saisonöffnung bemerkbar: 157 Tage war geöffnet – Cordes zufolge „Rekord“. Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre waren es knapp 130 Tage. 79 858 Badegäste besuchten das Freibad. Positiv entwickelten sich auch die Einnahmen mit 106 000 Euro in 2012 (2011: 67 000, 2010: 102 000). Zwar fielen auch mehr Personal- und Betriebskosten an – „aber wir hatten vier Wochen mehr geöffnet“ ohne Belastung der Samtgemeindekasse.
Ein weiteres Vorhaben im Freibad soll „in den nächsten Wochen“ angegangen werden: die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zum Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Der Auftrag für die Rampe ist laut Cordes vergeben. Erfreulich dabei: Man liege mit einem Volumen von 22 320 Euro um gut 10 000 Euro unter der Kalkulation.
