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Energie Wüstenstrom für Mitteleuropa

Gerrit Pfennig

BAD ESSEN - „Tu es“ – mit dieser ebenso simplen wie einprägsamen Botschaft ist Max Schön am Donnerstagabend zum OLB-Forum auf dem Gelände der Landesgartenschau in Bad Essen gereist. Den 49-jährigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Desertec Foundation treibt ein visionäres Ziel um: die Stromversorgung Europas durch Solarkraftwerke in den Wüsten Nordafrikas. Im Jahr 2050 will die Stiftung rund 15 Prozent des deutschen Strombedarfs mit solchen Anlagen decken.

Bedarf steigt rapide

Das Umdenken in der Energiepolitik ist für Schön unumgänglich: „Wir haben unseren Ressourcenverbrauch so stark überstrapaziert, dass wir 2050 drei Erden bräuchten, um unseren Bedarf zu decken.“ In diesem Jahr werden zwischen neun und elf Milliarden Menschen auf der Welt leben – heute sind es dagegen noch rund 6,9 Milliarden. Dieser Anstieg der Bevölkerung führe auch zu einer Steigerung des Energiebedarfs, in dem Schön eine große Gefahr sieht: „Wenn ein System an seine Grenzen kommt, kippt es irgendwann um.“ Dieses Szenario sei bereits 1972 in dem Werk „Grenzen des Wachstums“ beschrieben worden, das im Auftrag des Club of Rome herausgegeben wurde. Max Schön ist derzeit Präsident der deutschen Gesellschaft des Clubs.

Die Desertec-Foundation hat die Lösung für viele Probleme ausgerechnet in den kärgsten Winkeln der Welt ausgemacht. „Die Wüsten der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie, als die Menschheit in einem Jahr verbraucht“, erklärte Schön. Sie seien deshalb geradezu prädestiniert für die Energiegewinnung. Spiegel sollen bei dem solarthermischen Verfahren die Wärme der Sonne einfangen und Generatoren diese in Strom umwandeln. Hochspannungsleitungen sollen den Strom dann durch das Mittelmeer von Afrika nach Europa transportieren.

Geringer Leitungsverlust

„Moderne Gleichstromleitungen haben bei einer Länge von 1000 Kilometern nur drei Prozent Verlust“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende. Voraussetzung sei jedoch dafür ein neues Leitungsnetz in Europa, die Unterseekabel könnten zwischen Spanien und Marokko sowie Italien und Tunesien verlaufen. Die Ziele der Stiftung, zu der auch Unternehmen wie RWE gehören, sind ehrgeizig: Innerhalb von drei Jahren will sie einen kompletten „Roll-Out-Plan“ vorlegen.

Das Projekt könne schrittweise umgesetzt werden, jedoch warnte Schön vor einer zu langsamen Herangehensweise: „Wenn wir es in Nord-Afrika, dem Mittleren Osten und Europa nicht realisieren, werden uns andere Nationen überholen.“ Dabei gehe es auch um die Industrialisierung Afrikas. „Wir glauben, dass Desertec einen Beitrag dazu leisten kann, Migrationsbewegungen zu minimieren“, so Schön.

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