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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mit Mode und Essen Millionen Anhänger erreichen

11.04.2018

Bad Homburg Sie geben Schmink-Tipps auf Youtube oder präsentieren ihr Outfit und ihr Essen auf Instagram oder Facebook: Sogenannte Influencer (von „influence“ – Einfluss) lassen ihre Fans im Internet regelmäßig an ihrem Alltag teilhaben – und werben dabei für Produkte. Manche erreichen Millionen Menschen in den sozialen Netzwerken. „Für Unternehmen ist das ein wichtiges Marketingtool. Es geht um sehr viel Geld“, sagt Reiner Münker, Geschäftsführer der Wettbewerbszentrale. Dass es sich um Werbung handelt, ist allerdings nicht immer sofort erkennbar – und das ist aus Sicht der Wettbewerbszentrale ein Problem.

Seit vergangenem Oktober mahnte die Bad Homburger Institution 16 Mal Influencer und Unternehmen ab, weil Werbung nicht ausreichend als solche gekennzeichnet wurde. „Weitere Fälle werden geprüft. Wir bekommen vermehrt Beschwerden von Verbrauchern, die sich getäuscht fühlen“, berichtet die Rechtsanwältin und Social-Media-Expertin Christina Kiel. „Es muss auf den ersten Blick erkennbar sein, dass es sich um Werbung handelt. Der Hinweis darf nicht irgendwo versteckt werden.“

Bislang wurden 13 Fälle außergerichtlich beigelegt. Die Influencer beziehungsweise die Unternehmen, die die Social-Media-Promis beauftragten, gaben Kiel zufolge zügig eine Unterlassungserklärung ab.

Der 2017 gegründete Bundesverband Influencer Marketing (BVIM) schätzt das Bruttowerbebudget auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Die Zuwachsraten seien allerdings rasant. Dem BVIM zufolge dürften es zuletzt 20 bis 30 Prozent gewesen sein. „Ich gehe davon aus, dass es eine wachsende Branche ist“, sagt auch Expertin Kiel von der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs.

Vor allem jüngere Menschen interessieren sich für die Tipps der Social-Media-Stars. Laut einer Befragung im Auftrag des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) hat jeder sechste Online-Nutzer in Deutschland im Alter von 14 bis 29 Jahren schon einmal ein Produkt gekauft, das er zuvor bei einem Influencer gesehen hat. Bei den 30- bis 49-Jährigen waren es sieben Prozent.

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