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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

So attraktiv ist die Ausbildung in Bauberufen

07.11.2019

Bad Zwischenahn Viele Unternehmen aus der Baubranche suchen händeringend Nachwuchs für ihre Ausbildungsberufe. Emke Emken kann gar nicht recht nachvollziehen, warum sich nicht mehr Jugendliche für diesen Wirtschaftsbereich entscheiden: Bei Kriterien wie Ausbildungsvergütung (deutlich über 1000 Euro), beim Urlaub (sechs Wochen) und der überbetrieblichen Ausbildung (insgesamt 37 Wochen) und weiteren Zusatzleistungen schneide man stark überdurchschnittlich ab, zählt der Leiter des „Bau-ABC Rostrup“ in Bad Zwischenahn die Vorteile auf. Das sei doch eine „super Branche“, mit High-Tech, hochwertiger Handwerksarbeit und Aufstiegsmöglichkeiten.

Emken steht mit seinem Geschäftsführungskollegen Karsten Wischhof und 85 Mitarbeitern für einen zentralen Punkt in der Aufzählung: die obligatorische überbetriebliche Ausbildung, die in den Bau-Berufen besonders gut ausgebaut ist.

An diesem Wochenende rückt das Bau-ABC, über das viele in der Region wohl eher wenig wissen, in den Mittelpunkt: Dort findet vom 9. bis 11. November die Deutsche Meisterschaft in Bauberufen statt. Rund 70 junge Gesellen kommen dazu auf Einladung des Deutschen Baugewerbes (ZDB) ins Ammerland.

Und diesen Termin wird das Bau-ABC Rostrup noch weitergehend nutzen: „Wir wollen bei dieser Gelegenheit der Region auch unser Engagement vorstellen“, sagt Koordinator Ludwig Heyenga. Es solle deutlich werden, welche attraktiven Möglichkeiten der Bau beruflich biete.

Das Bau-ABC präsentiert sich im Zuge der Meisterschaft am Sonntag, 10. November (11 bis 16 Uhr), mit einem „Tag der offenen Tür“. Wichtigste Zielgruppe dabei sind Schülerinnen und Schüler. Sie können sich – gern mit Freunden, Eltern oder Bekannten – über die Ausbildung in 22 Berufsbildern informieren, vom Maurer bis zum Straßenbauer.

Auf zum Bau-ABC!

Der Tag der offenen Tür beim Bau-ABC Rostrup am Sonntag, 10. November, dauert von 11 bis 16 Uhr. Das Gelände liegt nahe beim Park der Gärten, an der Elmendorfer Straße/Virchowstraße.

Das werde sehr praxisnah ablaufen, kündigt Geschäftsführer Emken an: Auszubildende, die gerade im ABC in Ausbildung sind, zeigen anschaulich, um was es geht. Auch Mitmachaktionen und ein Bausimulator werden angeboten. Besucher sollen die Akteure bei ihren Arbeiten gezielt ansprechen und Fragen stellen. Motto: Was machst Du da gerade? Wie geht das?

„Die Auszubildenden in den Bauberufen kommen aus ganz Deutschland zu uns“, erläutert Emken. Im Bau-ABC Rostrup wird wichtiger Stoff aus dem Ausbildungsplan behandelt, der den Praxis-Anteil in den Betrieben ergänzt. Da geht es um viel Technik und allerlei Qualifikationen.

„Mit unserem Angebot sind wir durchaus in Konkurrenz“, heißt es in Rostrup. Bundesweit gibt es mehr als 170 solche speziell zertifizierten Bildungszentren für die Bauwirtschaft. Und die Betriebe können sich selbst aussuchen, wohin sie ihren Nachwuchs schicken. Rostrup sei „optimal ausgelastet“, freut sich Emken, der aus Neuharlingersiel stammt.

Die Kursteilnehmer (rund 2500 pro Jahr) werden auch internatsartig untergebracht, dafür stehen über 200 eigene Betten bereit. Zudem wird eine stattliche Zahl von Zimmern in Ferienwohnungen oder Pensionen in der weiteren Umgebung angemietet. „So gesehen sind wir ein nicht zu unterschätzender Faktor im örtlichen Tourismus“, betont Bau-ABC-Leiter Emken.

Finanziert werden die Kursteilnahmen aus einer Umlage-Kasse, in die alle Bau-Unternehmen einzahlen – übrigens auch dann, wenn sie selbst nicht ausbilden. Alle in der Branche wüssten eben: Wir brauchen hochwertigen Nachwuchs, erläutert ABC-Chef Emken. „Der Azubi selbst bezahlt keinen Cent.“

In dem gemeinnützigen Bad Zwischenahner Bildungszentrum (verbunden mit einem zweiten in Mellendorf mit rund 15 Mitarbeitern) geht es aber nicht nur um klassische Azubis. Auch duale Berufsausbildung (Lehre + „Engineering“-Studium) ist ein Thema, und man sei auch zentraler Standort für Aufstiegsbildung nach der Berufsausbildung – also für Spezialisten (Zertifikate) und Führungskräfte wie etwa Werkpoliere oder Industriemeister für Bautechnik. In der Erwachsenenbildung geht es um fast 8000 Menschen pro Jahr. Bei all dem gelte: „Wir müssen gut sein“, betont der Bauingenieur Emke Emken mit Blick auf die Bildungsanbieter-Konkurrenz.

Vor diesem Hintergrund sind auch Spezialisierungen zu sehen. „Wir haben einige Alleinstellungsmerkmale“, erläutert Emken. Beispiel: Spezial-Tiefbau. „Da geht es zum Beispiel um Projekte wie die Basis für Gebäude wie die Hamburger Elb-Philharmonie“, veranschaulicht Ausbildungskoordinator Heyenga aus Ostrhauderfehn die Sache. Es kämen „spannende Großgeräte zum Einsatz“. Auch etwa unter Brunnenbauern, Baugeräteführern und anderen Berufsgruppen sind die Rostruper bundesweit vorn. Das alles brauchte mehr Platz. Das technische Bildungszentrum erstreckt sich heute über 100 000 Quadratmeter – eine Verdoppelung gegenüber dem Start 1976.

Und dann die Digitalisierung. Heyenga, selbst IT-begeistert, verweist stolz auf eine „Vorreiterrolle“ bei der Systementwicklung für Tablets auf Baustellen – mit kurzen elektronischen Wegen zwischen Aufmaß und Abrechnung. „Wir machen hier Wissen“, heißt es im Bau-ABC selbstbewusst.

Was ist aber eigentlich wichtig, was braucht die Branche im Wandel? Dazu gibt es Arbeitskreise mit Bauunternehmen und ihren Gremien, erläutert Emken. Klar ist dabei: Man will in diesem Rostruper Bildungszentrum der Bauwirtschaft Niedersachsen-Bremen stets mehr bieten als das, was in Bildungs-Plänen für die Branche festgeschrieben ist. „Wir müssen und wollen kreativ sein“, so Emken.

Das gilt nicht nur für die technischen Lerninhalte, sondern auch für Berufsorientierung mit Schülern und auch die Pädagogik mit den Jugendlichen. Die Arbeit des Rostruper Lehrer-Teams scheinen die Azubis zu schätzen: Die Fehlzeitenquote beträgt nur 3,6 Prozent. Und wer weiß? Vielleicht springt von der Begeisterung am Wochenende, beim Tag der offenen Tür, ja etwas auf die Besucher und speziell die Jugendlichen über.


     www.bau-abc-rostrup.de 
     www.bau2019.com 
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