Bad Zwischenahn/Ammerland - Eine starke Konjunktur im Ammerland stützt den Arbeitsmarkt. Zwar rechnen die Experten von der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter des Landkreises Oldenburg damit, dass die Arbeitslosenquote in den kommenden Monaten wieder über den aktuell gemessenen 3,7 Prozent liegen wird. Dieser Anstieg dürfte aber vor allem auf die Saisongebundenen Branchen zurückzuführen sein. Wer in diesen Branchen über den Winter arbeitslos ist, weiß in der Regel schon, dass er ab dem kommenden Frühjahr wieder einen Job haben wird.
„Abgesehen von diesen Branchen ist die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ungebrochen“, sagt Wolfgang Meier vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit in Bad Zwischenahn. Bereits seit Januar 2015 zeigt die Kurve für den Bestand an offenen Arbeitsstellen kontinuierlich nach oben.
Hendrick Robbers, beim Jobcenter des Landkreises für die Betreuung von Arbeitgebern zuständig, hat zudem einen neuen Trend ausgemacht. Seiner Beobachtung nach haben die Unternehmen sehr früh damit begonnen, Ausbildungsstellen für das kommende Jahr auszuschreiben. Die Firmen seien zudem eher als in den Vorjahren bereit, sich früh auf einen Bewerber festzulegen. Die Sorge, einen guten Kandidaten an ein anderes Unternehmen zu verlieren, sei größer als die Hoffnung, später einen noch besser geeigneten Bewerber zu finden.
Für Meier lautet deshalb der Rat an Jugendliche, die im kommenden Jahr eine Ausbildung beginnen wollen: „Sie sollten am besten schon jetzt suchen und anfangen, sich zu bewerben.“
Für Arbeitslose gibt es aktuell zudem gute Chancen im Einzelhandel, der sich auf das Weihnachtsgeschäft vorbereitet. Wo Licht ist, ist auch Schatten: Bei aller Freude über die sinkenden Arbeitslosenzahlen gibt es eine sehr stabile Zahl an Menschen, die über längere Zeit Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz 4) beziehen. Ihre Zahl würde auch Ralf Geerdes vom Jobcenter des Landkreises gerne senken. Beim größten Teil dieser Gruppe fehlt ihm dazu allerdings die Möglichkeit. Denn der größte Teil der sogenannten Langzeit-Leistungsbezieher arbeitet längst. Es sind die sogenannten Aufstocker, die trotz Vollzeit-Beschäftigung nicht genug verdienen. „Das liegt eben daran, wie in einigen Branchen im Ammerland bezahlt wird“, sagt Geerdes.
Mit Blick auf das Jahresende wagen die Experten eine positive Prognose. Nachdem die Arbeitslosenquote zu Jahresbeginn über der des Vorjahres lag, gibt die aktuell sehr gute Entwicklungen. Anlass zur Hoffnung, dass die Quote im Jahresdurchschnitt wieder auf dem Vorjahresniveau von 4,3 Prozent liegen wird.
