BAD ZWISCHENAHN - In den Anfangszeiten hießen die kommunalen Musikschulen oft noch Jugendmusikschulen. Doch die Altersbeschränkung ist längst weggefallen. Die Musikschule Bad Zwischenahn geht im Jahr ihres 40-jährigen Bestehens sogar einen Schritt weiter: Sie macht älteren Musikliebhabern ein spezielles Angebot.

„Wir haben ja heute schon einige Schülerinnen und Schüler, die das Berufsleben hinter sich haben“, sagt Schulleiter Friedrich Bleeck. Er führt das Instrumental-Ensemble an, aus dem nach seinen Planungen einmal ein kleines Musikschul-Orchester entstehen soll: „Da spielen Zehnjährige mit über 65-Jährigen, und alle haben zusammen eine Menge Freude.“

Natürlich machen Kinder und Jugendliche den weitaus überwiegenden Teil der gut 400 Schüler in den Räumen des Realschul-Gebäudes aus. „Aber dass immer mehr Menschen auch im Alter noch das Abenteuer des Lernens suchen, spüren auch wir“, meint Bleeck. Er kennt Streicher oder Bläser, die erst im Ruhestand ein Instrument erlernt haben. „Sicherlich lernen sie nicht mehr so schnell wie junge Leute“, merkt der Musikschulleiter an, „aber sie gleichen das durch Zielstrebigkeit und Intensität aus. Da kann ich aus dieser Erfahrung heraus jeden ermutigen.“

Bleeck, früher über Jahrzehnte Berufsmusiker im Oldenburgischen Staatsorchester, erfährt im Ammerland auch verstärkt von Senioren, die früher musiziert und das später wegen beruflicher und familiärer Belastungen eingestellt haben: „Da verfügen sie über einen Schatz, den sie wieder heben sollten. Ein Versuch ist es allemal wert.“

In der Musikschule tun sich variable Möglichkeiten auf. „Man kann einfach für sich etwas Neues lernen, man kann auch einen Spielkreis speziell für ältere Zwischenahner einrichten“, schwebt Bleeck vor. „Oder man lässt in größerem Rahmen Jüngere und Ältere zusammen musizieren. Da sind wir für Wünsche und Ideen offen.“