BAD ZWISCHENAHN - Die Familientradition ist eines der Erfolgsrezepte deutscher Mittelständler – und auch des Wurstherstellers Rügenwalder Mühle. Das betonte der geschäftsführende Gesellschafter Christian Rauffus am Donnerstag bei einem Fest in Bad Zwischenahn zum 175-jährigen Bestehen des Unternehmens.

Die Dauer der Verantwortlichkeit des Managements dauere im Familienunternehmen „über Jahrzehnte“. Die Verantwortung werde gegenüber den Mitarbeitern, aber auch gegenüber dem Rest der Familie gefühlt, sagte Rauffus vor rund 500 Gästen. Er empfahl als Erfolgsrezept auch „innere Werte“ sowie „Nachdenklichkeit und die Fähigkeit zur Selbstkorrektur“. Unternehmen seien „mehr als Zahlen“. Sie böten allen „auch eine gewisse Nestwärme, die wir brauchen“.

Rauffus lobte den „Standort Ammerland“, auch wegen des Wassers, das für die Wurstproduktion wichtig sei. Das Unternehmen hat seine Wurzeln 1834 in Rügenwalde/Pommern (heute Polen). Nach dem Krieg wurde in Westerstede völlig neu gestartet und 1956 nach Bad Zwischenahn umgezogen.

Mut zu „zukunftsträchtigen Entscheidungen“ habe Rügenwalder so erfolgreich gemacht, meinte Ammerland-Landrat Jörg Bensberg, der auch ein Grußwort des Ministerpräsidenten Christian Wulff überbrachte. Gewürdigt wurde der aktuelle Ausbau von Forschung und Entwicklung. Arno Schilling, Bad Zwischenahns Bürgermeister, betonte die Bedeutung der Firma als größter Arbeitgeber am Ort. Er erinnerte an das „unternehmerische Talent“ Kurt Rauffus, der in den Nachkriegs-Jahrzehnten Weichen stellte. Betriebsratsvorsitzender Udo Bratzke regte an, Strukturen im Hinblick auf die alternde Belegschaft zu verändern. Das Fest wurde abgerundet mit einer großzügigen Spende an örtliche Schulen sowie einem Vortrag des Zukunftsforschers Matthias Horx.

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