BAD ZWISCHENAHN - Der niedersächsische Milchlandpreis „Goldene Olga“ geht in diesem Jahr an den Betrieb Uta, Carsten und Eike Exner aus Bremervörde-Bevern. Die Familie darf sich nun „Bester Milcherzeuger Niedersachsens 2011“ nennen. Das wurde am Freitagnachmittag bei einer Feier der Landesvereinigung der Milchwirtschaft mit rund 150 Gästen in Bad Zwischenahn bekannt.

Als bester Betrieb aus dem Oldenburger Land unter den rund 11 800 Milchhöfen Niedersachsens wurde die Otte-Mennenga GbR aus Bakum-Lüsche (Kreis Vechta) auf Platz vier gekürt. Aus Ostfriesland landeten die Betriebe von Martina und Christoph sowie Matthias Enninga (Ihlow) und von Gisela und Fritz Wünsche aus Friedeburg im Feld der besten Zwölf. Gewürdigt wurde die unternehmerische Leistung der Preisträger und deren Bemühen um ein vorbildlich hohes Niveau in der Milcherzeugung, erläuterte die federführende Landesvereinigung der Milchwirtschaft (LVN).

Die Stimmung unter den Milchbauern sei zurzeit „einigermaßen gut“, auch wenn zuletzt wieder einige Preise im Einzelhandel gedrückt worden seien, meinte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) in seiner Festrede. Die Investitionsneigung sei gewachsen, und davon profitierten auch die vor- und nachgelagerten Bereiche. Lindemann betonte die Bedeutung des Exports für die Milchwirtschaft. Der weltweite Bedarf an den Produkten nehme zu. Der Minister rief die Landwirte dazu auf, in moderne Technik zu investieren, sich zugleich aber an den Kundenwünschen zu orientieren und die gesellschaftlichen Anforderungen – etwa im Hinblick auf Tier-, Klima- und Umweltschutz sowie Herkunft – zu berücksichtigen. Moderner Tierschutz und betrieblicher Erfolg seien kein Gegensatz. Viel zu lange sei den Verbrauchern allerdings von der Werbung suggeriert worden, dass „lila Kühe die Milch liefern und von Teddybären gemolken werden“.

Lindemann lobte die „Goldene Olga“ als „berühmteste Kuh Niedersachsens“. Die Sieger gäben anderen Betrieben wichtige Inspiration für Neuerungen.

„Olga“ sei eine „perfekte Selbstinszenierung“, lobte Heinz Korte, Vizepräsident des niedersächsischen Landvolks. Es zeige sich, dass die Betriebe im Land immer wieder bereit seien, sich auf den Prüfstand zu stellen und Neuerungen aufzunehmen. Aus Sicht der niedersächsischen Betriebe sei der Weg zum freien Milch-Markt sehr zu begrüßen. Er solle eher noch schneller kommen.


Auch LVN-Vorsitzender Jan Heusmann attestierte den teilnehmenden Betrieben „Qualitätsarbeit auf der ganzen Linie“. Er betonte die Notwendigkeit, mit den Verbrauchern zu kommunizieren. Der Milchlandpreis gewähre Einblicke. Alle Teilnehmer öffneten sich für eine neutrale Beurteilung durch eine Fachjury.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)