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100-Jahr-Feier Im Park Der Gärten: AGV Oldenburg bringt Region mit voran

29.08.2019

Bad Zwischenahn /Oldenburg Der Arbeitgeberverband Oldenburg (AGV) sei im Nordwesten „eine Marke, die es in sich hat“. Die Region zeichne sich auch aus Erfahrung der Landesregierung durch eine „extrem gute Zusammenarbeit“ hiesiger Organisationen aus, und der AGV sei ein Teil dieses Netzwerkes. Das betonte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwochabend bei einer Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Arbeitgeberverbandes Oldenburg im Park der Gärten in Bad Zwischenahn.

Weil erinnerte vor rund 330 Gästen – darunter viele Vertreter aus Unternehmen, Politik und Verwaltung – daran, dass es im Gründungsjahr 1919 eine echte Umbruchsituation in Deutschland gab. Dazu gehöre mit der Einführung der Demokratie auch eine neue Arbeits- und Sozialordnung. Interessen seien fortan verstärkt gebündelt und vertreten worden – auch auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite.

Speziell die vergangenen 70 Jahre seien dann in Deutschland zur Erfolgsstory einer sozialen Marktwirtschaft geworden, getragen von einem innovativen und in Generationen denkenden Mittelstand, der auch hinaus gehe in die Welt. Weil hob in diesem Zusammenhang den ausgeprägten Mittelstand im Nordwesten hervor. Er lobte das Beispiel der Bad Zwischenahner Baumschule Bruns, die mit dem niedersächsischen Staatspreis ausgezeichnet wurde. Aus ihr sei ein führendes europäisches Unternehmen geworden.

Weil betonte auch: Sozialpartnerschaft sei ein Wesensmerkmal der Sozialen Marktwirtschaft. „Mit ihr gelingt es besser, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen.“ Durch das Zusammenwirken der relevanten Kräfte sei auch die Krise 2008/2009 zügig überwunden worden.

Weil ging auch auf die zeitgleiche Kundgebung der IG Metall Küste neben dem Park der Gärten ein. Er sei „gebeten worden, Sie zu grüßen“, sagt der Ministerpräsident, der auch bei der Demonstration mit weit über hundert Teilnehmern aus regionalen Betrieben – wie VW, Meyer Weft, Premium Aerotec oder Waskönig + Walter – gesprochen hatte. Dort machte IG-Metall-Küste-Leiter Meinhard Geiken „sehr deutlich, dass wir für Flächentarifverträge sind“. Ziel sei auch, Unternehmen, die ausgetreten seien, wie Waskönig + Walter bei Nordmetall, zurückzuholen.

Starke Tarifparteien von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie die Tarifbindung seien wichtig, sagte Weil. Zuletzt habe der Anteil der Arbeitnehmer, die in Niedersachsen in Betrieben mit Tarifbindung (an die Tarifverträge der Branche mit der jeweiligen Gewerkschaft) arbeiteten, wieder zugenommen, auf etwa 60 Prozent, freute sich der Sozialdemokrat.

Allerdings ist der AGV Oldenburg kein Tarifvertragspartner etwa der IG Metall. Er ist in der Region branchenübergreifend tätig, mit Schwerpunkt auf diversen Dienstleistungen, auch in Rechts- und Tariffragen.

Lesen Sie ein informatives Interview zum AGV

AGV-Vorsitzender Jörg Waskönig lies vor dem Publikum noch einmal die Geschichte des Verbandes und seiner Vorgänger seit 1919 Revue passieren. Nach dem Neustart nach dem Krieg habe sich die Mitgliederzahl rasant entwickelt – auf heute knapp 600. Die Betriebe kämen aus allen Bereichen, wie Industrie, Handel und Dienstleistungen. Er betonte die Bedeutung freier Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen als Frieden stiftend. Sie seien gleichsam „entgegengesetzt wirkende Waagschalen einer Waage“.

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Zu der von Ludger Abeln moderierten Festveranstaltung unter einem Zeltdach gehörte auch eine Diskussionsrunde mit IHK-Präsident Gert Stuke. Dabei ging es auch darum, was Weil als wesentliche Herausforderungen definiert hatte: Digitalisierung, Fachkräfte-Sicherung, Dekarbonisierung und Infrastrukturausbau. Man müsse schneller werden. Die „European Medical School“ in Oldenburg soll weiter gestärkt werden.

Viel Beifall bekam bei der Festveranstaltung die Bigband des Herbartgymnasiums Oldenburg („120 Dezibel“). In ihr musizieren Schüler von der 7. bis zur 12. Klasse.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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