Bad Zwischenahn - „Bester Milcherzeuger Niedersachsens“: Diesen Titel darf nun für ein Jahr Familie Neumann aus Riekenbostel im Landkreis Rotenburg/Wümme tragen. Am Zwischenahner Meer bekam die Familie, die ursprünglich aus Aschhauserfeld bei Bad Zwischenahn kommt, am Freitag die „Goldene Olga“ von der Landesvereinigung der Milchviehwirtschaft überreicht. Dazu können sich die Neumanns über einen Geldpreis in Höhe von 3500 Euro freuen. Der zweite und dritte Platz gingen an Familie Rothert aus Wittmund (2000 Euro Preisgeld) sowie Familie Groeneveld aus Uphuser Hammrich bei Emden (1500 Euro).
Der vierte und fünfte Platz gingen an Betriebe aus dem Oldenburger Land. Platz vier und 1000 Euro Preisgeld sicherte sich Familie Möller aus Bethen (Landkreis Cloppenburg). Platz fünf und 500 Euro gingen an Familie Gerdes aus Helle (Ammerland).
Unter den besten 15 der niedersächsischen Milchviehbetriebe waren auch Familie Bollmann (Wiefelstede, Ammerland), Familie Boltes (Oldenburg), Familie Eilers (Ganderkesee, Kreis Oldenburg) und Familie Neels (Butjadingen, Wesermarsch).
Bei der Veranstaltung im Alten Kurhaus wurden die besten 15 der 8900 niedersächsischen Milchviehhalter geehrt. Eine Jury hatte die Höfe auf die Kriterien Ökologie, Tierwohl, Soziales und Ökonomie geprüft. Der Preisträger der Landesvereinigung soll nicht nur optimale Rohmilch produzieren, sondern hervorragend wirtschaften und sich durch einen besonders verantwortungsbewussten Umgang mit seinen Tieren, der Umwelt und den auf dem Hof arbeitenden Menschen herausheben.
Die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) würdigte die schwierige Aufgabe der Milchviehbetriebe. „Nutztierhaltung muss bezahlbar sein, sie muss wirtschaftlich sein und die Ressourcen schonen. Sie muss im Einklang mit dem Wohlbefinden der Tiere stehen.“ Das sei in Niedersachsen schon immer auf einem guten Weg gewesen. Außerdem forderte sie die Betriebe zu Transparenz auf. „Sie trägt zu Glaubwürdigkeit bei und schafft Vertrauen. Ist es verloren, kann man es nur schlecht zurückgewinnen.“
Der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Werner Hilse, forderte die Politik auf, die Landwirte ihre Arbeit tun zu lassen. „Im Moment werden wieder Reformen diskutiert. Das können wir als Bauern überhaupt nicht gebrauchen. Wir wollen in Ruhe unsere Arbeit machen und wollen Verlässlichkeit in der Politik.“ Über mehr Ruhe würden sich die Landwirte freuen, betonte Hilse, der zum letzten Mal im Amt auftrat.
Mehr Verständnis für die Landwirtschaft forderte Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands. Heute sei jeder neue Stall, der gebaut werde, ein besserer Stall mit mehr Tierwohl. Moderne Betriebe verbesserten mit neuen Technologien. „Wir sollen mit Top-Produkten verwöhnen aber das mit Instrumenten und Maßnahmen von gestern machen“, beklagte er.
Der Milcherzeugerwettbewerb findet seit 17 Jahren statt. Wie Herbert Heyen, Vorsitzender des LVN, betonte, geht es dabei nicht um den messbaren Erfolg, etwa wie viel Milch produziert wird. Der Preis soll Konsumenten und Produzenten näher zusammenbringen. Fast alle der besten 15 Betriebe engagierten sich in Öffentlichkeitsarbeit oder Dorfleben.
