BAD ZWISCHENAHN - Astrid Grotelüschen (CDU) fand bei ihrer Aufzählung der Potenziale der Region „Mittleres Ammerland“ kaum ein Ende. Das Zwischenahner Meer, die Rhodo oder den Park der Gärten, nicht zu vergessen die Bedeutung als Gesundheitsstandort – die Liste der von ihr erwähnten Vorzüge war lang.
Niedersachsens Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung war indes nicht nach Bad Zwischenahn in die Wandelhalle gekommen, um nur Lob zu verteilen. „Es wäre falsch, sich auf dem Erreichten auszuruhen“, mahnte sie bei der Auftaktveranstaltung des „Integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes“, kurz ILEK, bei dessen Umsetzung die Stadt Westerstede sowie die Gemeinden Bad Zwischenahn und Edewecht künftig an einem Strang ziehen werden.
„Umbau statt Zuwachs“ erklärte Grotelüschen als ein zentrales Motto dieses durch öffentliche Mittel geförderten Projektes. „Bevor neue Flächen erschlossen werden, wäre zunächst zu prüfen, ob nicht stattdessen bereits bestehende Bausubstanz anderweitig genutzt werden kann“, erklärte sie, was sich hinter diesem Prinzip verbirgt.
Genauer ins Detail ging Timo Fichtner, Teamleiter der Planungsgesellschaft Grontmij, welche das ILEK-Projekt im Ammerland betreuen wird. Er stellte die fünf Arbeitsgruppen „Gewerbe, Dienstleistungen und Gesundheitswirtschaft“, „Erhalt der Kulturlandschaft“, „Tourismus“, „Landwirtschaft und ländliche Entwicklung“ sowie „Entwicklung der Baumschulwirtschaft und Gartenbau“ vor, die am 15. September ihre Tätigkeit aufnehmen sollen. Alle interessierten Ammerländer sind fortan aufgerufen, sich an diesen zu beteiligen.
„Das Engagement der Bürger ist das Herzstück des Projekts“, sagte Fichtner. Vom Zuspruch bei der Auftaktveranstaltung war er bereits angetan: „Knapp 200 Besucher durften wir begrüßen. Verglichen mit anderen Informationsveranstaltungen dieser Art ist das enorm viel, wie ich aus Erfahrung weiß.“
Die drei Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, Petra Lausch (Edewecht), Gastgeber Dr. Arno Schilling (Bad Zwischenahn) und Klaus Groß (Westerstede), bekräftigten derweil einhellig, im Sinne des Projekts künftig noch stärker auf Kooperation zu setzen, als dies bislang schon der Fall war. „Heute wird eine neue Region aus der Taufe gehoben“, verkündete Petra Lausch. „Jetzt müssen wir unsere Stärken stärken.“ Und ihr Westersteder Amtskollege Klaus Groß fügte hinzu: „John F. Kennedy sagte einmal, dass keiner mehr weiß, als wir alle zusammen. Dieser Spruch passt auch hier.“
