BAD ZWISCHENAHN - Über 600 Angler sind Mitglied im Fischereiverein Bad Zwischenahn. Heute findet das Abangeln der Senioren auf dem Zwischenahner Meer statt.

Von Otto Renken

BAD ZWISCHENAHN - Es muss Anfang 1931 gewesen sein, als 14 Männer den Fischer-Verein am Zwischenahner Meer gründeten. Amtlich dokumentiert wird dieser Vorgang durch die am 2. Februar 1931 vorgenommene Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Westerstede. Mit anderen Worten: Nächstes Jahr kann der Fischereiverein Bad Zwischenahn sein 75-jähriges Bestehen feiern.

Aus diesen kleinsten Anfängen hat sich ein Verein entwickelt, der in der Region seinesgleichen sucht: Die Senioren-Abteilung zählt mittlerweile rund 600 Mitglieder, bei den Junioren sind weitere 125 Petrijünger registriert. Der Verein ist seit 1976 stolzer Besitzer eines Vereinsheimes am Rostruper Meerufer. Boote der Mitglieder liegen in drei Häfen: rund 130 in Rostrup, 20 beim Juckenackschen Kanal und 40 im Oetken/Rabben-Hafen in Meyerhausen. Und befischt wird nicht nur das Zwischenahner Meer sondern auch der Woldsee in Wehnen, der Janßen-Teich in Kayhauserfeld, die Aue und die Halfsteder Bäke.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Charakter des Angelns auf dem Zwischenahner Meer grundlegend gewandelt. „Früher galt Angeln als Arme-Leute-Sport“, erinnerte sich Ulrich Suwe, Geschäftsführer des Vereins. Angeln wurde dazu genutzt, die Familie zu ernähren. Das stellt sich heute ganz anders dar. „Laut Statistik investiert ein Sportfischer in jeden gefangenen Fisch rund 64 Euro“, so Suwe. Mit anderen Worten: Statt Fisch zu angeln bietet es sich eigentlich an, ihn gleich im Laden zu kaufen; das wäre zumindest wesentlich günstiger. Und Angler ist keineswegs gleich Angler: da gibt es Friedfisch- oder Raubfischangler, Meeresangler oder Binnenseeangler, und viele andere Spezialisten mehr.

Der Fischereiverein ist geprägt durch ein vielfältiges Vereinsleben. Jährlich gibt es je fünf Veranstaltungen für die Senioren und die Junioren. Am heutigen Sonnabend steht zum Beispiel das Abangeln der Senioren als Gemeinschafts-Hegefischen auf dem Programm. Ob bei Grillabenden oder Kohlfahrten, die Geselligkeit wird bei den Sportfischern groß geschrieben. Das Vereinsheim, das Franz Drake und Helga Frerichs vorbildlich in Schuss haben, ist eine Oase der Gemütlichkeit. Und übers Jahr ausgebucht: 65 Veranstaltungen, angeboten vom Fischereiverein Bad Zwischenahn bzw. vom Landesfischereiverband Weser-Ems, finden dort statt.


Das Zwischenahner Meer – und auch der Woldsee sowie der Janßen-Teich – ist zwar als fischreiches und „gesundes“ Angelrevier bekannt, dennoch muss der Verein jährlich fünfstellige Summen aufwenden, um für neuen Fischbesatz zu sorgen. Dabei beteiligt sich der Verein z.B. am Meerforellen- und Lachsprogramm, sorgt außerdem aber auch für Neubesatz beim Aal, Hecht oder Karpfen – Zander und Barsche vermehren sich hier selbst. Die Sorte Wels taucht indes mehr in den Schlagzeilen als im Zwischenahner Meer auf.

Ein Aushängeschild des Vereins ist die überaus aktive Räuchergruppe: Jeder, der schon einmal die Zwischenahner Woche besucht hat, dürfte beim Tag der Heimat auch die Aalräucherei zwischen Windmühle und Dweersack wahrgenommen haben. Und als die Gemeinde Bad Zwischenahn jetzt das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft in der belgischen Stadt Izegem feierte, war die Räuchergruppe mit dabei. Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung des Fischereivereins für den Tourismus: Pro Jahr werden einige hundert Gastkarten – Tages-, Wochen- oder Monatskarten – an Zwischenahn-Gäste ausgegeben.