BAD ZWISCHENAHN - Der Unternehmer hat sich große Verdienste erworben. Der gelernte Uhrmacher kam 1952 in die Fleischbranche.
Von Otto Renken
BAD ZWISCHENAHN - Im 84. Lebensjahr ist am Sonntag nach kurzer schwerer Krankheit der bundesweit bekannte Zwischenahner Unternehmer Kurt Rauffus verstorben. Rauffus war Seniorchef der Rügenwalder Wurstfabrik, die zuletzt rund 400 Beschäftigten Arbeit und Einkommen gab.Rauffus, in Lützen bei Leipzig geboren, absolvierte nach dem Ende der Schulzeit ein Volontariat bei der Commerzbank in Hannover, um im Anschluss seiner Leidenschaft, der Uhrmacherkunst, nachzugehen. Nach russischer Kriegsgefangenschaft und einer „Nacht-und-Nebel-Reise“ im Kohlentender einer Lokomotive begann er seinen Berufsweg in einer ganze anderen Sparte als der Fleischveredlung: Bei Uhrmacher Schröder in Westerstede absolvierte er eine Lehre, die er schon nach einem Jahr mit der Uhrmachergehilfenprüfung beendete.
Im Gebäude „Zur Traube“ befand sich neben der Uhrmacherwerkstatt auch die Fleischerei von Carl Müller. Dort traf Kurt Rauffus dessen Tochter, seine spätere Ehefrau Ruth. Und dann war es bis zu seinem Eintritt in das Unternehmen nur noch ein kurzer Weg. 1956 erfolgt unter seiner Regie der Umzug des Betriebes von Westerstede nach Bad Zwischenahn an die Schulstraße, in die Fabrik der Fleischerei Luttmer. Unter seiner Leitung wird das Unternehmen mit der roten Mühle einer der bedeutendsten Produzenten von Fleischspezialitäten in Deutschland, deren Rügenwalder Teewurst heute über 50 Prozent Marktanteil besitzt.
Rauffus war Zeit seines Lebens nicht „nur“ Chef seines Unternehmens, sondern stets „am Ganzen“ interessiert. So engagierte er sich früh in berufsständischen Verbänden – und setzte in der Ortsentwicklung Bad Zwischenahns Akzente: z.B. im Bereich zwischen Bahnhofstraße und Schulstraße mit Luisenhof/Residenz zwischen den Auen oder mit dem Ensemble „Schinkeneck“ gegenüber dem Kurparkeingang.
Bad Zwischenahn trauert um Kurt Rauffus.
