BAD ZWISCHENAHN - Zucht-, Schlacht- und Nutzvieh aus dem Nordwesten ist auch 2012 am Markt begehrt und erzielt gute Preise. Darauf wiesen die Geschäftsführer der Weser-Ems-Union (WEU/Bad Zwischenahn), Dr. Josef Pott und Hartmut Zingel, anlässlich des bevorstehenden „WEU-Konvents“ in Oldenburg hin. Bei der Verbandstierschau werden am 12. Januar Spitzentiere aus Weser-Ems und der Partnerregion Sachsen-Anhalt gezeigt.

Höhepunkt der Großveranstaltung der Rinderzucht: Vor 3500 Besuchern wird in der Weser-Ems-Halle der „Grand Champion 2012“ gekürt.

„2011 war für uns ein sehr erfolgreiches Jahr“, sagte Zingel. Der Umsatz der WEU mit Zucht-, Schlacht- und Nutztieren sowie diversen Dienstleistungen stieg auf 45,3 (Vorjahr: 40) Millionen Euro. Der deutliche Preisanstieg für Rinder sei für die Mitgliedsbetriebe „erfreulich“ nach den teils „schlimmen Vorjahren“. Die Betriebe vermarkten über die Genossenschaft WEU (130 Mitarbeiter) ihre überschüssigen Tiere.

Während die Zahl der Herdbuch-Betriebe 2011 um 5,4 Prozent auf 2210 sank, stieg die Zahl der Herdbuch-Kühe bei der WEU um 1,6 Prozent auf fast 137 099. Damit wuchs zugleich die durchschnittliche Herdengröße um 7,5 Prozent auf 62. Der Strukturwandel habe sich nochmals verstärkt, meinte Zingel.

Angesichts der günstigeren Rahmenbedingungen für die Milchbetriebe – erholte Milchpreise, Positionierung für die Marktliberalisierung ab 2015, wachsende Bestände pro Hof – standen weniger Zuchttiere für die Vermarktung bereit, hieß es bei der WEU. So ging beim WEU-Zuchtviehverkauf die Stückzahl um 1,2 Prozent auf 13 651 zurück (8623 ab Stall, 5028 per Auktion). „Es waren einfach nicht mehr da“, sagte Zingel. Angesichts dieser Marktverhältnisse stieg der Umsatz um 16,4 Prozent auf 17,05 Millionen Euro. Im Bereich Nutz- und Schlachtvieh wuchs die Tierzahl um 6,2 Prozent auf 23 658, der Umsatz um 19,2 Prozent auf 12,9 Millionen Euro.


Insgesamt wurden 37 309 Stück Vieh vermarktet – ein Plus von 3,4 Prozent. Der Umsatz wuchs deutlich überproportional: um 17,6 Prozent auf 30 Millionen Euro.

WEU-Rinder waren erneut auch im Export stark gefragt. Wichtigster Abnehmer 2011 war Aserbaidschan mit 1288 Tieren vor Marokko (842) und Algerien (475). Sie orderten „ab Stall“ bereits tragende Tiere für die baldige Milchproduktion. Bei den Auktionen als zweiter wichtiger Vermarktungsschiene fiel unter anderem die starke Nachfrage aus Italien auf. Auch im Bereich Spermavermarktung war bei der WEU Qualität gefragt: Zwar sank die Zahl der verkauften Portionen von Spitzenbullen auf 568 059 (606 609); doch der Umsatz wuchs auf 5,64 (5,58) Millionen Euro. Dr. Josef Pott betonte die Bedeutung des Tierschutzes bei der WEU und für die Betriebe. „Gesundheit und Wohlfühlen sind ganz wichtig“, Wirtschaftlichkeit könne nicht losgelöst von der Gesundheit erzielt werden. Schließlich sollten sich die Tiere „weiterentwickeln.“ In den Betrieben würden etwa alle vier Wochen Kontrollen durchgeführt, etwa im Hinblick auf Fett, Eiweiß, Harnstoff und Zellzahl.

Beim WEU-Konvent am 12. Januar werden rund 150 Spitzentiere gezeigt, darunter „Krista“ aus Großenkneten (Betrieb Seeger), die „Miss Germany“ und „Grand Champion“ des Vorjahres. Pott und Zingel lobten die Atmosphäre in der Weser-Ems-Halle. Sie sei für den viel beachteten „Schönheitswettbewerb“ prädestiniert.

Der Konvent beginnt am 11. Januar mit einem Züchterabend. Am 12. Januar wird um 9.30 Uhr mit der Präsentation und Bewertung begonnen.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)