BAD ZWISCHENAHN - „Was kann es Schöneres geben, als an einem so schönen Sommerabend nach Bad Zwischenahn zu fahren", stellte Dr. Matthias Middelberg, Wirtschaftsjurist und Leiter des Wirtschaftsreferats in der Niedersächsischen Staatskanzlei im „Museumskroog“ fest.
Eingeladen zu einem Vortrag zum Thema „Deutschland in der Konjunkturkrise - Was tun wir für den Mittelstand?“ hatte die CDU Bad Zwischenahn.
In seinem Referat ging der Wirtschaftsjurist vor allem auf die aktuelle Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise ein, die schärfer ausfallen werde als alle anderen vorhergehenden konjunkturellen Einbrüche. Erstmals sei ein Rückgang des Welthandels zu erwarten, ein „Absturz, wie er bisher noch nicht zu verzeichnen war“, so Middelberg.
Doch Deutschland, speziell das Land Niedersachsen, seien gut aufgestellt. Die Arbeitslosenquote sei die niedrigste seit Jahren bei einem höchsten Stand an Beschäftigten. Wegen der aktuell fallenden Preise läge auch eine hohe Kaufkraft vor. Ferner hätte Niedersachsen bei der niedrigsten Neuverschuldung seit 1963 und der niedrigsten Kreditfinanzierungsquote seit Bestehen des Landes solider gearbeitet als vergleichsweise andere Länder und auch als die Bundesregierung. Der konsequente Sparkurs verschaffe dem Land in der Krise Spielraum. Allerdings müsse angesichts der gravierenden Steuereinnahmeausfälle und Konjunkturprogramme die Neuverschuldung in diesem Jahr auf 2,3 Milliarden Euro erhöht werden.
Eine erstklassige Infrastruktur in Verbindung mit einer „Top-Bildung“ seien die Schlüsselmerkmale für ein intaktes Wirtschaftssystem. Es fördere Unternehmen der Zukunft, die den Menschen Arbeitsplätze brächten. Auch werde der Jade-Weser-Port dringend gebraucht, so Middelberg, und war sich sicher, dass dieser zeitgerecht fertig werde. Damit entwickle sich eine Infrastruktur, die für die gesamte Region auf Dauer viel bringe und die Wirtschaft stärke. Weiter habe der Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven höchste Priorität.
