BAD ZWISCHENAHN - Trotz eines schwierigen Jahres mit unter Druck stehenden Fleischpreisen und einem Milchpreis auf Rekordtief hat sich der Rinderzuchtverband Weser-Ems-Union (WEU/Bad Zwischenahn) zufrieden mit dem abgelaufen Jahr gezeigt. „Die WEU hat in einem schwierigen Umfeld Kurs gehalten“, meinte Geschäftsführer Hartmut Zingel bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Donnerstag.

Die Gesamtumsätze gingen 2009 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht von 34,4 Millionen Euro auf 33,8 Millionen zurück. Bei der Viehvermarktung gab es ein kräftiges Plus um 4480 Tiere auf 33 343. Aufgrund der schwierigen Marktlage schlug sich dies aber nur in einem leichten Umsatzplus von vier Prozent auf 22,3 Millionen Euro nieder.

Kräftiger Exportanstieg

Erfreulich sei der kräftige Exportanstieg um 40 Prozent, was vor allem darauf zurückzuführen sei, dass man die Blauzungenkrankheit durch Impfungen in den Griff bekommen habe. „Die Lage hat sich hier normalisiert“, so Zingel.

Ungebrochen fort setzte sich auch 2009 der Strukturwandel in der Landwirtschaft. Die Zahl der Milchviehbetriebe ging um 3,6 Prozent zurück. In den vergangenen zehn Jahren reduzierte sich die Zahl der Betriebe um rund ein Drittel. Die WEU hat 3600 Mitglieder, davon noch 2500 aktive Milcherzeuger. Die Zahl der Tiere blieb jedoch konstant, da die verbleibenden Betriebe stetig wuchsen. Hatte vor zehn Jahren ein Betrieb im WEU-Gebiet im Schnitt 36,2 Kühe, waren es 2009 bereits 55,7. „Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung in diesem Tempo weitergeht“, meinte WEU-Geschäftsführer Dr. Josef Pott.


Genomische Selektion

Bei der Frage der Vererbung sieht die WEU künftig großes Potenzial in der genomischen Selektion. Mittels einer genetischen Untersuchung könne mit diesem neuen Instrument mit einer Sicherheit von 60 bis 70 Prozent schon bei jungen Tieren ermittelt werden, wie gut sich Bulle oder Rind vererben. Bislang sei das Hervorbringen guter Bullen auch immer „ein gewisses Glücksspiel“, so Pott. „Mit der genomischen Selektion können wir die Gewinnchancen erhöhen.“ Lag die Erfolgsquote bislang bei etwa 1 zu 20, könne sie künftig bei 1 zu 7 liegen.

Von den Nachkommen einiger Top-Vererber können sich Interessenten auch ein Bild beim WEU-Konvent am Freitag, 12. Februar, machen. Die WEU erwartet ab 9.30 Uhr 4000 Besucher in der Oldenburger Weser-Ems-Halle. Höhepunkt ist um 13.45 Uhr die Auswahl des „Grand Champion“.