Thüle - Dunkle Wolken liegen am Dienstagnachmittag über der Thülsfelder Talsperre. Rot-weißes Absperrband flattert unkontrolliert, angetrieben vom Wind. Christoph Penning, DLRG-Wachleiter, lässt seinen Blick über das Gelände schweifen. Nur in weiter Ferne sieht er vier Radfahrer auf dem Deich, Strand und Wasser sind verwaist. Seit Montag, 17 Uhr, herrscht Badeverbot. Der Grund: Blaualgen.
„Wir haben eine Durchsage mit dem Megafon gemacht“, sagt der 27-Jährige. Der Aufforderung, das Wasser zu verlassen, seien alle Badegäste nachgekommen. „Sie haben verständnisvoll reagiert“, berichtet Penning. Anschließend seien zwar noch manche Leute ins Wasser gegangen. Doch auch die Nachzügler haben sich letztlich an das Badeverbot gehalten.
Am Dienstag hatte er indes noch keinen Badegast gesichtet. „Die Absperrbänder sprechen ja auch für sich“, sagt der Wachleiter. Wenn doch jemand baden sollte, werde die Person aufgefordert, das Wasser zu verlassen. „Aber wir können niemanden zwingen. Es ist Schwimmen auf eigenes Risiko.“
Und darauf machen auch Schilder aufmerksam. Diese warnen vor den Gefahren von Blaualgen: Sie sind giftig und können Hautreizungen hervorrufen. Beim Verschlucken können sie zu Schwindel und Erbrechen führen.
Die ruhige Zeit nutzen die DLRG-Mitglieder, um Material zu überprüfen sowie für die Sanitäts- oder Funkausbildung. Diese Pause komme durchaus gelegen, denn „es ist sehr anstrengend, bei so vielen Badegästen immer die Konzentration zu wahren“, sagt Christoph Penning. Dennoch ergänzt er: „Wir hoffen, dass das Verbot bald wieder aufgehoben wird.“ Penning hofft, dass das Wasser bis zum 18. August wieder freigegeben ist. Dann feiert die DLRG 100-jähriges Bestehen, die Ortsgruppe Garrel von 14 bis 18 Uhr. „Und was wäre ein DLRG-Jubiläum ohne Vorführungen auf dem Wasser?“
Sabine Bley, ihr Sohn Steffen (13 Jahre) und sein Freund Joshua (13) sind bis dahin längst abgereist. Für sie geht es an diesem Mittwoch nach vier Tagen wieder zurück nach Oldenburg. Am Montagmittag war Sabine Bley noch im Wasser. „Es war schon mal schlimmer“, sagt sie. Das Verbot sei zwar schade. Aber die drei wussten den Dienstag auch anders zu verbringen: mit einer Fahrradtour rund um die Talsperre.
