Oldenburg - Ratsarbeit ist mitunter ein hartes Brot: Beim Besuch des Großhandelsunternehmens Bäko Weser-Ems Mitte machte der Ausschuss für Wirtschaftsförderung auch vor dem Tiefkühllager nicht halt. Eine Temperatur von minus 23 Grad herrscht in diesem Bereich. Doch bevor die Ausschussmitglieder zu sehr ins Bibbern geraten, führt Stephan Rysavy, Geschäftsführer Logistik bei Bäko, den Tross in den Frischebereich – dort zeigt das Thermometer immerhin vier Grad plus. Dieses Areal innerhalb des knapp 12 000 Quadratmeter großen Lagerkomplexes hat die Bäko im vergangenen Jahr im laufenden Betrieb umgebaut, um es komplett zu isolieren und energetisch zu optimieren. „Wir haben hier einen großen Kühlschrank geschaffen“, sagt Rysavy.
Auch im Geschäft mit Obst und Gemüse lässt sich die Genossenschaft nicht die Butter vom Brot nehmen: Erdbeeren gehen gerade weg wie warme Semmel. 800 Tonnen pro Jahr liefert Bäko an Bäckereien und Konditoreien. Was morgen bestellt wird, geht in der Nacht palettenweise zu den Kunden. „Wir arbeiten im 24-Stunden-Takt“, erklärt der Logistik-Chef. Über mobile Terminals werden die Ein- und Ausgänge von Waren papierlos abgewickelt. 400 bis 450 Tonnen werden im Lager täglich umgeschlagen.
33 Lkws sind von Oldenburg aus in einem Radius von rund 100 Kilometern unterwegs. Täglich 500 Auslieferungen nimmt die Transport-Flotte nach Hamburg, Hannover, Münster und bis zur niederländischen Grenze vor. Rysavy beeindruckt den Wirtschaftsausschuss mit imposanten Zahlen: Bis zu 10 000 Artikel lagern in den Hochregalen. „Der Wert der Lagerartikel beträgt rund fünf Millionen Euro“, sagt Rysavy. Im vergangenen Jahr wurden 75 000 Tonnen Mehl, 5800 Tonnen Hefe, 4200 Tonnen Sonnenblumenkerne, 1800 Tonnen Käse, 650 Tonnen Wurst und 1,54 Millionen Liter Sahne direkt in die Backstuben geliefert. Neben klassischen Rohstoffen umfasst das Sortiment zudem Handelswaren wie Getränke, Konfitüren oder Saisonartikel, aber auch ein breites Angebot an Maschinen und Geräten sowie Verpackungs- und Dekorationsmaterial jeder Art.
Mit einem Jahresumsatz von 213,5 Millionen Euro ist die Bäko Weser-Ems Mitte die Nummer eins unter den 32 regionalen Bäko-Genossenschaften in Deutschland. Zuwachsmöglichkeiten sieht Rysavy vor allem im Snackgeschäft. Das Wirtschaftsjahr 2014 ist bislang positiv verlaufen. Vorstandsvorsitzender Dr. Ewald Oltmann spricht von einer zufriedenstellenden Entwicklung.
Vorm Wirtschaftsausschuss betonte Oltmann die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg. 2001 wurde der Hauptsitz von Wechloy zur Holler Landstraße verlagert. Er sei froh, dass ihn die Wirtschaftsförderung damals davor bewahrt habe, den Standort ins Ammerland zu verlagern, sagte Oltmann. Amtsleiter Klaus Wegling ging das Lob ’runter wie Öl.
