Bad Zwischenahn - Thomas Kossendey war gerührt: Nach mehr als vier Jahrzehnten hatte ihn eine Besucherin des „Spieker-Snacks“ wiedererkannt. Und das nicht, weil sie den Parlamentarischen Staatssekretär aus dem Fernsehen oder der Zeitung kannte. Ihre Frage „Waren Sie nicht der Bäckerjunge auf Juist?“ konnte der 64-Jährige nur bejahen: Mit 21 Jahren hatte er auf der Nordseeinsel gejobbt, wo die Dame lebte – und ihre Brötchen kaufte.

Es gab einiges, was die Besucher am Mittwochabend von den drei Gästen erfuhren, denen Sabine Krüger in drei lockeren Plauderrunden auf den Zahn fühlte. „Spieker“-Wirt Benjamin Doyen-Waldecker hatte bei der Begrüßung zwar eingeräumt, dass das Konzept der Talkrunde von Ina Müller abgekupfert worden sei. Doch gerade das bürgte ja für Unterhaltung.

Und davon wurde den gut 50 Gästen in der Traditionsgaststätte reichlich geboten. Sie erfuhren nicht nur, dass Janett Brown einen zweiten Vornamen hat (Susanne), sondern auch, dass die ungewöhnliche Schreibweise ihres ersten Vornamens den nicht perfekten Deutschkenntnissen ihres kanadischen Vaters zu verdanken sei.

Die Westersteder Künstlerin Belinda Berger erzählte nicht nur, dass auch TV-Koch Tim Mälzer ihre „Schweineschale“ zum Anrichten nutzt („Seitdem steht mein Telefon nicht mehr still“), sondern auch das Ziel für eine Ausstellung: Nach San Francisco und New York soll es demnächst mal Paris sein, wünscht sich die Künstlerin.

Und Thomas Kossendey plauderte ein wenig aus dem politischen Nähkästchen. Er verriet, dass Angela Merkel total locker sei, Rita Süßmuth eine ganz normale Frau. Auch mit dem Gerücht, Wurzeln in der Türkei räumte er auf, erzählte aber aus Studienzeiten, in denen sich ein Mädchen nach einem netten Abend mit den Worten verabschiedet habe: „Für einen Türken kannst du richtig gut Deutsch.“


Für Musik sorgte ein Teil des Shanty-Chor Bad Zwischenahn und das Duo „Bahnfrei“. Den größten Applaus erhielten Clemens Bahn und Katharina Krüper, als sie das von der Gastgeberin mit einem plattdeutschen Text auf Bad Zwischenahn umgeschriebene „New York, New York“ anstimmten. Kurdirektor Peter Schulze war so begeistert, dass er mit dem Lied für den Kurort werben möchte. Und für Doyen-Waldecker steht fest, dass auf die Premiere weitere Spieker-Snacks folgen sollen – dann mit Plattdeutsch sprechenden Gästen.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)