Betrifft:
„Baumfällung für mehr Sicherheit“ (NWZ vom 13. Oktober) Wie in jedem Jahr sind aktuell wieder Baumfällarbeiten an unseren Straßen zu beobachten. Diese werden angeblich zum Zwecke der Verkehrssicherheit durchgeführt. Ob dieses das übergeordnete Ziel ist, muss zumindest angezweifelt werden. Viele Bäume machen weder einen kranken noch gefährdeten Eindruck. Nun wissen wir, dass man einem Baum nicht unbedingt ansehen kann, ob er krank oder altersschwach geworden ist. Doch viele der nun gefällten Bäume haben offenbar ihr Lebensalter noch gar nicht erreicht.Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass die alljährlichen Einschläge primär wirtschaftlichen Interessen dienen und der Forst – die niedersächsische Landesregierung hat den Forstbetrieb in eine eigene Landesanstalt ausgegliedert, die das Ziel der Gewinnmaximierung zu verfolgen hat – hier eine gute Gelegenheit zur Holzproduktion gefunden hat.
Wenn das so weitergeht, werden unsere Straßen in spätestens fünf Jahren von 10 Meter breiten, baumlosen Schneisen gesäumt. Natürlich alles zum Zwecke der Verkehrssicherheit Doch wie viele Unfälle in den letzten Jahren durch umstürzende Bäume sind uns bekannt? Gewiss wäre jeder Unfall einer zu viel. Aber ist der Preis hierfür – die „präventive“ Zerstörung unserer Landschaft – nicht zu hoch? Dass es auch anders geht, können wir am Beispiel der Freunde des Neuenburger Holzes, entstanden als Interessengemeinschaft zum Schutze der Bäume am hingehinkt sehen. Nur waren diese Bäume nachweislich leider wirklich krank und alt. Viele andere Bäume haben anscheinend keine Lobby.
Dabei stellen die unsere Straßen säumenden Waldzecken ein durchaus schützenswertes Stück Natur da, welches obendrein noch schön anzusehen ist. Hier ist Initiative gefragt!
Christian Keller26340 Zetel
