Niedersachsenweit wird in Diskussionen mit Landwirten der Klimaschutz durch Getreide und in dem Artikel der Mais betont. In der Ausschusssitzung vom 18. November wurde dies durch Jochen Osmers bestätigt.
Eine Gesamtbilanz soll am Beispiel Mais gezogen werden. In der Tat ist der Mais als C4-Pflanze, damit durch starkes Wachstum, ein CO2-Speicher. In der Gegenrechnung muss die Zersetzung der Pflanzenreste mit CO2-Emissionen betrachtet werden. Für die Maissilage sind zwei Wege vorgesehen: Verfütterung an Rinder oder die Biogasanlage. Bei der Verfütterung an Rinder entstehen erhebliche Methangasmengen. Nach dem Umweltbundesamt stammen 60 Prozent aus der Landwirtschaft. Bezogen auf das Klima hat Methan einen 25-fach höheren Effekt als CO2.
Der andere Weg geht über die Biogasanlage und damit in die Erzeugung von Methan. Dieses wird zur Erzeugung von Strom und Wärme zu CO2 verbrannt. Die Gärreste (Substrate) gehen gesamt in die Bilanz von Gülle, Festmist und organische Substanzen ein. Somit zu einem höheren Flächenbedarf – alles in Konkurrenz zu landwirtschaftlichen Betrieben ohne Biogasanlagen. Die Konkurrenz lässt sich in den Pachtpreisen darstellen.
Fazit: Einseitige Betrachtungen helfen der Landwirtschaft nicht weiter und Bäume haben langfristig die höhere CO2-Speicherkapazität.
Bad Zwischenahn sollte beim systematischen Klimaschutz neben den Aufforstungen die Klimarelevanz seiner großen Moore stärker beachten.(...) Gerade bei uns im Nordwesten sind Moore ein Schlüssel zum Klimaschutz. Ein Hektar intaktes Moor bindet jährlich 500 bis 1100 kg CO2.
Leider sind nur 5% der Moore noch als intakt zu klassifizieren. 95% der Moore sind dagegen trocken, drainiert, um landwirtschaftlich genutzt werden zu können. Durch den Sauerstoffzutritt oxidiert der Torf, unsere Moore lösen sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft – sprich Kohlendioxid – auf. (...) In Niedersachsen verursachen trockene Moore 10 % der Gesamtemissionen an Treibhausgasen (...), mehr als doppelt so viel wie der Bundesdurchschnitt. In moorreichen Regionen wie z.B. Teile des Ammerlandes steigt dieser Anteil auf bis zu 30%. (...) Das populäre Moorheilbad Bad Zwischenahn wie auch andere Gemeinden und Kreise mit hohen Flächenanteilen von Mooren stehen in besonderer Klimaverantwortung. (...) Vorteil der Vernässung von Moorflächen im Gemeindegebiet ist, dass die Moorflächen im Gegensatz zur geplanten Aufforstung nicht knapp sind. Eine erste wirksame Klimaentlastung der Landwirtschaft kann sein, auf drainierten Mooren den extrem klimafeindlichen Maisanbau (Ironie: für „grünes“ Biogas!) oder andere Ackernutzungen einzustellen und auf klimafreundliche Grünlandnutzung – am besten bei hohen Wasserstand – umzustellen. Hierbei darf der Landwirt aber bei Ertragseinbußen nicht allein gelassen werden, Politik und Verwaltungen sind gefordert, die Umstellung auf eine „nasse“, moorerhaltende Landwirtschaft zu unterstützen.(...)
